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[Lighted Matter]
Justine Gaga
Société du Spectacle
01.07. – 11.09.2020

Während sich viele von uns in den veränderten Umständen einrichten und innerhalb Europas eine neue Normalität konstruiert wird, bleiben andere außen vor. Weil die globalen Reisewege weiterhin brachliegen, musste auch die Einzelausstellung SHADOW die wir für Juli geplant hatten, auf den Sommer 2021verschoben werden, denn die Künstlerin Justine Gaga (*1974) kann derzeit nicht aus Kamerun nach Deutschland einreisen.

Dennoch bleibt Justine
Gaga für Sie nicht unsichtbar! Für das Nasenschild an der Fassade der Holzstraße 10 hat die interdisziplinär arbeitende Künstlerin zwei Varianten einer Grafik entwickelt, die jederzeit einsehbar ist.

In dieser Intervention schildert Gaga von ihrer Warte unweit des Äquators aus, wie sie die derzeit sieht: Eingeschlossen in ein System manipulativer Bilder rennt eine Menschengestalt auf der Stelle, umgeben von dynamischen Linien und dem Kürzel »SDS«. Schon Guy Debord hatte 1967 in seinem inzwischen klassischen Band »La Société du Spectacle« das Hamsterrad des Kapitalismus beschrieben. Dass man die Abkürzung SDS in der Grafik von Gaga mit dem internationalen Notsignal »SOS« verwechseln kann, ist kein Zufall.

Mit dieser
Arbeit geben wir einen Vorgeschmack auf die von Beate Engl und Annette Schemmel kuratierte Einzelausstellung Justine Gagas im kommenden Jahr und setzen ein Zeichen der Solidarität mit Künstler*innen weltweit, deren Prekarität durch die Pandemie noch verschärft wird.

Sommerateliers 2020

Aufgrund der Pandemie wird die ursprünglich für Juli geplante Ausstellung der Kameruner Künstlerin Justine Gaga verschoben. Daher vergibt der Kunstraum München dieses Jahr neben seinem regulären Sommeratelier im August bereits schon im Juli eine einmonatigen Arbeitsaufenthalt. Den beiden ausgewählten Künstlerinnen Claudia Barcheri und Cordula Schieri stehen in der ausstellungsfreien Zeit das Obergeschoss des Hauses zur Verfügung; die beiden Sommerateliers werden dieses Jahr zudem mit einem Honorar und der Unterstützung von Produktionskosten gefördert.

[Sommeratelier]

Claudia Barcheri

Juli 2020



Der Kunstraum stellt das Obergeschoss des Hauses im Juli der Südtiroler Bildhauerin Claudia Barcheri für eine einmonatige Förderresidenz zur Verfügung. Claudia Barcheri
hat zunächst an der Academy of Fine Arts Bologna und anschließend an der AdbK bei Olaf Metzel studiert.

Die Künstlerin weitete während ihres kürzlich beendeten Stipendiums an der Cité des Arts in Paris ihre Untersuchungen des »armen Material« Gips aus; von diesen »skulpturalen Skizzen«, diesen dünn gegossenen und eingefärbten Bozetti ausgehend, wird Barcheri ihren Ansatz raumgreifender Oberflächentransformation zwischen Malerei und Objekt vertiefen.

[Sommeratelier]

Cordula Schieri

August 2020


In ihren raumbezogenen Mixed-Media-Installationen kombiniert die Künstlerin Cordula Schieri Videosequenzen mit Bronzeobjekten und handgefertigten Textilien. Das Hinterfragen konventioneller Geschlechter- und Rollenbilder stellt dabei den inhaltlichen Schwerpunkte dar.

Zunächst studierte Cordula Schieri Bühnenbild bei Katrin Brack. Nach dem Wechsel zur Freien Kunst schloss sie in diesem Jahr ihr Studium an der AdbK München bei Stephan Huber und Alexandra Bircken sowie bei Emma Hedditch und Melanie Bonajo ab. Im Anschluss wurde sie für den Förderpreis der Stadt München nominiert und entwarf Kostüme für die Inszenierung MESSY HISTORY LESSONS (DIGITALE SKIZZE) der Münchner Kammerspiele.

Die Künstlerin wird die Residenz nutzen, um ihre Ideen weiterzuentwickeln und an diversen Projekten an der Schnittstelle zwischen Bildhauerei und Medienkunst zu arbeiten.