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Thomas Splett
Heidi sieht ein Bild

17. März – 01. Mai 2022

Eröffnung:
Mittwoch, 16.03., 19 Uhr

Katalogvorstellung mit Daniela Stöppel
und Thomas Splett:
Mittwoch, 06.04., 19 Uhr

Künstlergespräch mit Thomas Splett
und Alexander Steig:
Samstag, 30.04., 15 Uhr


Foto © Thomas Splett

Der Münchner Fotograf und Medienkünstler Thomas Splett findet seine Themen im Alltag. Mit Neugier unterzieht er dabei Bekanntes einer “fotokritischen” Analyse, so dass seine Bilder das Vertraute und die damit einhergehende Erwartungshaltung nicht nur unterlaufen, sondern den Versuch einer Neukodierung unternehmen. In seinem eigens für den Kunstraum entwickelten Ausstellungsvorhaben „Heidi sieht ein Bild“ nähert er sich der scheinbaren Profanität eines Bestsellers an – Hintergrund bilden hierfür der Kinderbuch-Klassiker von Johanna Spyri und die darin verhandelten Motive von äußerer und innerer Landschaft der Protagonist:innen. Die losen Fäden der Fiktion und deren Rückkopplung in unser Allgemeinwissen und -bild permutieren so zu einem kritisch-atmosphärischen Dispositiv.

Die Lektüre als Ausgangspunkt zeichnet das prototypisch-romantische Bild der Schweiz schlechthin in der Welt. Thomas Splett greift auf diese Bilder, vor allem aber auf die Blickwelten der handelnden Personen zu und reinszeniert, revidiert und dekonstruiert verfestige Klischees zu einem immersiven Bildraum, um dem Motivpotential neue und andere Ansichten zuzueignen.

Kuratiert von Alexander Steig

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Edition des Künstlers.


​Die Ausstellung wird gefördert von



Kunstraum.Kunstraum
der mobile Podcast
mit Emily und Ralf
kunstraum-muenchen.de/podcast



The Munich-based photographer and media artist Thomas Splett finds his subjects in everyday life. With a natural curiosity, he subjects the everyday to a photo-critical analysis, producing images that not only subvert the familiar, and the expectations that go along with it, but also attempt to recode it. In his exhibition project »Heidi sieht ein Bild« (Heidi sees a picture), developed especially for the Kunstraum, Splett approaches the apparent profanity of a bestseller: the classic children’s book by Johanna Spyri and the motifs of its protagonists’ outer and inner landscapes. The loose threads of fiction and their feedback into our general knowledge and realm of images permutate into a critical-atmospheric opposition.

The book, as the starting point, illustrates the prototypical romantic image of Switzerland par excellence. Splett accesses these images, but also the visual worlds of the people involved, to reinvent, revise, and deconstruct established clichés within an immersive pictorial space that imbues a motif’s potential with new and different points of view.

Curated by Alexander Steig

An edition by the artist will accompany the exhibition.

Thomas Splett - No I-VI/3

Katalogvorstellung
mit Daniela Stöppel und Thomas Splett
Mittwoch, 06. April, 19 Uhr

Es gilt weiterhin Maskenpflicht (FFP-2). Die Platzzahl kann begrenzt sein.



Gif © Thomas Splett



Jüngst ist im Verlag des Kunstraum München die umfängliche Publikation „Thomas Splett - No I-VI/3“ erschienen, die einen Einblick in das bisherige Schaffen des Künstlers gibt. Die Kunsthistorikerin Dr. Daniela Stöppel hat hierfür einen Beitrag geschrieben, und wir freuen uns, dass die Autorin und der Künstler dieses Werk, das durchaus eine Nähe zum Künstlerbuch aufweist, vorstellen werden.

Thomas Splett - No I-VI/3
Umfang: 208 Seiten
Gestaltung: BüroBüro.eu
Texte: Daniela Stöppel u. a.

Verlag: Kunstraum München
Preis: € 27,- (regulär € 35,-)

Thomas Splett (1975, Offenbach) hat parallel zu seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste als promovierter Philosoph an den Universitäten München und Potsdam geforscht. Nach seinem Diplom als Meisterschüler von Günther Förg nahm er Lehraufträge an der Hochschule der Künste Bern und der Akademie der Bildenden Künste München wahr. Splett erhielt zahlreiche Förderungen und zeigt seine Arbeiten im In- und Ausland, zuletzt in der Nida Art Colony of Vilnius Academy of Arts, Schnittstelle Neustrelitz, Studio Galéria Budapest oder der Artothek München.

Gustav Metzger – Revisited

Gespräch mit Dr. Doris Leutgeb, Kustodin,
Leitung Sammlung Generali Foundation, Salzburg
und
Juli Lambert, Filmemacherin, München

Samstag, 26.02., 16 – 17 Uhr

Die Veranstaltung findet als digitale Veranstaltung per Zoom statt.



Gustav Metzger vor dem Haus der Kunst, 18.03.1999

Foto © Luise Horn

Am Beispiel von Arbeiten aus der Ausstellung »Gustav Metzger – Revisited« diskutieren wir gemeinsam mit Dr. Doris Leutgeb, Kustodin und Sammlungsleiterin der Generali Foundation, Salzburg, über das kunsthistorische und juristische Spannungsfeld im Umgang mit Urheberrecht und Urheberschaft von Kunst. Gustav Metzger, der stets um die Auflösung des klassischen Werkbegriffs bemüht war, stellte in seinen Kunstwerken, Aktionen und Manifesten Begriffe wie »Einmaligkeit«, »Autorenschaft« und »Ewigkeitswert« infrage – und damit die Nachwelt vor ganz besondere Aufgaben, wie damit heute umzugehen ist.
Ergänzend gibt die Filmemacherin Juli Lambert Einblicke in die Entstehung der filmischen Dokumentation der Aktion »Travertin/Judenpech«, die Gustav Metzger 1999 vor dem Haus der Kunst in München verwirklichte.

Dr. Doris Leutgeb ist Kunsthistorikerin mit einer Spezialisierung auf Kunstrecht, Kustodin und Leiterin der Sammlung Generali Foundation – Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg. Von 2000–2015 war sie für die Generali Foundation in Wien tätig, seit 2001 als Stellvertreterin der künstlerischen Leitung und Geschäftsführung und seit 2008 als Sammlungsleiterin. 2015 absolvierte sie den post-graduate Masterlehrgang »Kunst und Recht« an der Karl-Franzens-Universität Graz und 2017 den Zertifikatskurs »Forum Kunstrecht« an der Universität Wien, für den sie seit 2019 an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien Vorträge hält. Sie ist Mitglied der Forschungsgesellschaft »Kunst & Recht« und publiziert als Autorin Texte zu zeitgenössischer Kunst und Kunstrecht mit Schwerpunkt Urheberrecht.

Die Regisseurin und Autorin Juli Lambert studierte Dokumentarfilm- und Fernsehregie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Seit ihrem Abschlussfilm »Die Hebamme« (2008) hat sie sich mit dokumentarischen Projekten innerhalb der Bindungsforschung einen Namen gemacht, z. B. mit »Die Fremde Situation – Kleinkinder mit ihren Müttern« (2013). Hauptberuflich arbeitet Juli Lambert seit 2001 im Bayerischen Rundfunk, aktuell als Sendeleiterin und Medienmanagerin im Sendezentrum Freimann. 1999 begleitete sie mit der Kamera die Aktion »Travertin/Judenpech« von Gustav Metzger im Rahmen von »Dream City« (25. März – 20. Juni 1999, Kunstraum München, Kunstverein München, Museum Villa Stuck und Siemens Kulturprogramm).

[Gastprojekt]


colophon – Magazin für Kunst und Wissenschaft

Release:
Freitag, 11.02., 16 Uhr

Ausstellung:
12. – 18. Februar 2022

Die Veranstaltung findet vor Ort mit 2G+ (begrenzte Plätze) statt.



Präsentation der zweiten Ausgabe und Ausstellung von Studierenden der Kunstgeschichte der LMU und Studierenden der Akademie der Bildenden Künste.

colophon, Nr. 2 (Atlas):
010011,
Atlantiküberquerung, Atlasania, Aufklärung, Bindung, Charakterologie, Colophon, Diagramm, Diversität, endemisch, Farben, Fiktion, Garten, Geographie, Instrument, Karte, Klima, kontrafaktisch, Kosmogonie, Kugel, Labor, linear, Melancholie, Mythologie, Neue Welt, Neurath, Normierung, numerisch, Orientierung, Projektion, Raumerkundung, Restlosigkeit, Revolution, Säule, Schafsleber, Schultern, Tafel, Taxonomie, Tisch, Übersetzung, Umordnung, Utopie, Verzerrung, Warburg

Mit Beiträgen von:
Vinzenz Adldinger, Petra Aleweld, Andre Bagh, Magdalena Becker, Eva Blüml, Anna Carrarini, Benjamin Gerull, Nikolai Gümbel,
Mia Hollwich, Lucian von Hösslin, Wilma Jopke,
Sarah Lehnerer, Michèle Quack, Maria Rüegg, Philipp Schwalb, Peter
Seeland, Daniela Stöppel

Verlag:
Hamman von Mier Verlag

Grafik und Druck:
Andre Bagh
Andreas Ullrich


colophon –
Magazin für Kunst und Wissenschaft ist das Ergebnis einer publizistischen Zusammenarbeit des Instituts für Kunstgeschichte der Universität München und der Akademie der bildenden Künste München. Im Rahmen eines gemeinsamen Seminars wurden von Studierenden beider Institutionen Inhalte und Gestaltung entwickelt.


[Book Release]


Claudia Barcheri
LAMINA

Mittwoch, 09.02., 19 – 21 Uhr

Die Veranstaltung findet vor Ort mit 2G+ (begrenzte Plätze) statt.



Foto © Leonie Felle


Der Südtiroler Bildhauerin Claudia Barcheri wurde 2020 das Sommeratelier des Kunstraum zugesprochen. Die vor und für den Ort realisierte Arbeit LAMINA hat (vor deren Destruktion) Leonie Felle fotografisch festgehalten. Der in unserem Verlag erscheinende, von Studio Lederer gestaltete Katalog LAMINA dokumentiert als deutsch- und englischsprachige Ausgabe mit einem begleitenden Text von Alexander Steig diesen Werkkomplex.

Claudia Barcheri spricht an diesem Abend mit Alexander Steig über ihre Arbeit und wir freuen uns, zu diesem Anlass ihre exklusiv für den Kunstraum produzierte unikatäre Edition »Halm« vorzustellen.

Claudia Barcheri (*1985 Bruneck, I) hat an der Accademia die Belle Arti in Bologna sowie an der Akademie der Bildenden Künste in München Bildhauerei studiert und 2011 mit Ernennung zur Meisterschülerin von Olaf Metzel abgeschlossen. In ihrem Interesse am Zusammenwirken von Struktur, Stofflichkeit und Kolorit verschiedener Ausgangsmaterialien wie Gaze, Seide, Gips, Papier und Pigment konzipiert die Künstlerin paravanartige Assemblagen, plastische Bildkörper oder fragil gehärtete, raumgreifend-expressive Gießungen, die im Wechselspiel zwischen informeller und konstruktivistischer Kompositionsbestrebung mögliche Aggregatzustände ihrer Experimente ästhetisch ausloten. Vor diesem Hintergrund drängen Claudia Barcheris Arbeiten auch in den Außenraum, dessen unterschiedlichsten Anforderungen sie individuell in ihren bisher realisierten Kunst-am-Bau-Beiträgen eindrucksvoll begegnet ist.


Claudia Barcheri – LAMINA
Katalog,
24 Seiten, 25 x 17 cm, Klappenbroschur
Fotografien: Leonie Felle
Gestaltung: Studio Lederer
Text und Herausgeber: Alexander Steig
Verlag Kunstraum München, 2020
ISBN 978-3-923874-98-9

Preis: € 15,-

Gustav Metzger – Revisited

Gespräch mit Dr. Justin Hoffmann
Direktor, Kunstverein Wolfsburg

Samstag, 05.02., 16 – 17 Uhr

Die Veranstaltung findet vor Ort mit 2G+ (begrenzte Plätze) und als digitale Veranstaltung per Zoom statt.



»Gustav Metzger«, Ausstellungsansicht, Kunstraum München (11.09. 15.11.1997)

Foto © Pia Lanzinger


Am Samstag, den 5. Februar, um 16:00 Uhr sprechen wir gemeinsam mit Dr. Justin Hoffmann, Direktor des Kunstverein Wolfsburg, über die von ihm kuratierte Ausstellung »Gustav Metzger« (11.09. – 15.11.1997) im Kunstraum München in den damaligen Räumlichkeiten in der Goethestraße. Dabei spüren wir der Entstehungsgeschichte der Ausstellung und den Arbeitsweisen Gustav Metzgers nach. Darüber hinaus widmen wir uns Fragen nach der Aktualität und dem Anspruch seiner künstlerischen Praxis.

Dr. Justin Hoffmann studierte Kunsterziehung und Neuere Geschichte, Kommunikationswissenschaft und Kunstgeschichte in München, wo er 1986 bei Uwe M. Schneede zum Thema »Destruktionskunst. Der Mythos der Zerstörung in der Kunst der frühen sechziger Jahre« promovierte. Während seines Studiums gründete Justin Hoffmann zusammen mit Thomas Meinecke, Michaela Melián und Wilfried Petzi die Avantgarde-Band F.S.K. Neben kuratorischen Projekten und Lehre an Universitäten arbeitet er als Kritiker für diverse Kunstzeitungen und -magazine. Von 1995 – 2008 war er im Vorstand des Kunstraum München, u. a. als stellvertretender Vorsitzender; seit 2004 ist Hoffmann Direktor des Kunstvereins Wolfsburg.

Gustav Metzger – Revisited

27. Januar – 06. März 2022

Kuratorische Präsenz:
Samstag, 05. März, 16 Uhr

Mit Lena von Geyso und Luise Horn


Historic Photographs, Hitler-Youth. Eingeschweißt, 1997
Kunstraum München, 11.9.1997
Foto © Pia Lanzinger


In Vorbereitung auf das 50-jährige Jubiläum (1973–2023) öffnet der Kunstraum München sein künstlerisches Archiv. Ausgehend von drei Präsentationen und Interventionen von Gustav Metzger (1926–2017) im und vom Kunstraum München (1997, 1999 und 2006) werden Werke und Artefakte der Ausstellungen präsentiert, die gemeinsam mit Theoretiker:innen und Beteiligten unter verschiedenen Gesichtspunkten diskutiert werden.

Bis heute gehört Gustav Metzger zu einem der wichtigsten Vertreter der politischen Aktionskunst. Als Reaktion auf nukleare Bedrohungen, humanitäre Katastrophen, die Zerstörung der Natur und den kapitalistischen Kunstmarkt stand seit 1959 die »Autodestruktive Kunst« im Zentrum vieler seiner Werke und Aktionen, in denen er unter anderem Abgase, Säure und Flüssigkristalle verwendete. 1966 kulminieren diese Auseinandersetzungen im »Destruction in Art Symposium« (DIAS) in London mit Mitgliedern der Wiener Aktionisten- und Fluxus-Bewegung, Psycholog:innen, Dichter:innen und Musiker:innen. Im »Art Strike« rief er 1977 zum Widerstand gegen den institutionalisierten Kunstbetrieb auf, indem er forderte, künstlerische Produktion für drei Jahre einzustellen.

Mit der Ausstellung »Gustav Metzger – Revisited« widmet sich der Kunstraum einem Künstler, der Zeit seines Lebens die Aufgabe der Kunst und den Status der künstlerischen Arbeit kritisch hinterfragt hat. Im Zentrum einer archivarischen Reaktivierung steht die Frage: Was sagen in diesem Zusammenhang seine Arbeiten und Dokumente für uns heute aus?


Programm

26. Januar, 19 Uhr
Eröffnung

05. Februar, 16 Uhr
Gespräch mit Dr. Justin Hoffmann (Direktor, Kunstverein Wolfsburg)

26. Februar, 16 Uhr
Gespräch mit Juli Lambert (Filmemacherin, München) und
Dr. Doris Leutgeb (Kustodin, Leitung Sammlung Generali Foundation, Salzburg)

05. März, 16 Uhr
Kuratorische Präsenz


Kuratiert von Luise Horn und Lena von Geyso


As part of the preparations for its 50th anniversary (1973–2023), the Kunstraum München is opening its artistic archive to revisit artworks and artifacts from three presentations and interventions by Gustav Metzger (1926–2017) that took place in or were produced by the Kunstraum in 1997, 1999, and 2006. As part of the project, theorists and other participants will also be discussing these works from varying points of view.

Still today, Gustav Metzger is considered one of the most important representatives of political action art. His »auto-destructive art« — that formed the nucleus of his work as of 1959 and often incorporated exhaust gases, acid, and liquid crystals, among other thingswas made in reaction to nuclear threats, humanitarian catastrophes, the destruction of nature, and the capitalist art market. The controversy culminated in the »Destruction in Art Symposium« (DIAS) in London in 1966 that included members of the Vienna Actionist and Fluxus movements as well as psychologists, poets, and musicians. In »Art Strike« of 1977, Metzger urged resistance to the institutionalized art market by demanding that artistic production be suspended for three years.

With the exhibition »Gustav Metzger – Revisited« the Kunstraum dedicates itself to an artist who critically questioned the role of art and art’s status throughout his life. At the center of this archival reactivation is the question: What do his works and documents say in today’s context?


Program

January 26, 7 p.m.
Opening

February 5, 4 p.m.
Talk with
Dr. Justin Hoffmann (Director, Kunstverein Wolfsburg)

February 26, 4 p.m.
Talk with
Juli Lambert (filmmaker, Munich) and
Dr. Doris
Leutgeb (Custodian, Head of the Generali Foundation Collection, Salzburg)

March 5, 4 p.m.
Curatorial
presence


Curated by
Luise Horn and Lena von Geyso