Charlotte Eifler. Troubled Fantômes
Charlotte Eifler verbindet die Bereiche Bewegtbild, Extended Reality, Installation und Performance in ihren Arbeiten. Ihre künstlerisch forschenden Projekte thematisieren die Schnittstellen von Digitalität, Queerness, Archivpolitiken und spekulativen Zukünften.
Im Kunstraum München greift sie erneut das Motiv der Misdirection auf – einer Technik die Wahrnehmung und visuelle Erinnerung zu manipulieren. Anhand dieser Methode, die sowohl in der Zauberei als auch in Kriegsführung, Politik und Diebstahl Anwendung findet, verknüpft Eifler instrumentalisierte Magie und algorithmische Vorhersagen. Mit »Troubled Fantômes« wird der Kunstraum München zu einem hybriden Gefüge aus Museum, Catwalk und Tatort – einem Ort, an dem sichtbare wie unsichtbare Spuren kolonialer Sammlungspolitiken, Fragen der Rückführung und der konfliktreiche Umgang mit kulturellem Erbe aufeinandertreffen.
Charlotte Eifler’s work combines moving images, extended reality, installation, and performance. Her artistic research is located at the intersection of digital culture, queerness, archival politics, and speculative futures. For her show in Munich, she revisits the topic of misdirection -a technique used to manipulate perception and visual memory that is also employed in magic, warfare, politics, and theft. Eifler’s »Troubled Fantômes« draws on the method to link instrumentalized magic and algorithmic prediction. She also transforms the Kunstraum into a combined museum, catwalk, and crime scene -a hybrid site where both visible and invisible traces of colonial collecting practices, issues of repatriation, and conflicted approaches to cultural heritage converge.
WeiterlesenMio Okido. Der Tagalptraum
Die in Berlin lebende Konzeptkünstlerin Mio Okido beschäftigt sich mit kollektiven Erinnerungskulturen im globalen Kontext. Bei ihrer Archiv- und Stadtforschung sowie in Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Institutionen untersucht sie die deutsche und Münchner NS-Geschichte aus der Perspektive einer Künstlerin aus Japan – einem ehemaligen Verbündeten des NS-Regimes. Ihr Fokus liege auf der kollektiven Mittäterschaft gewöhnlicher Bürger:innen, auf »alltäglichem Niveau«, sagt Okido, und darauf, wie diese im städtischen Raum und in den Medien repräsentiert werde. Auf Grundlage dieser Recherche wird sie den Kunstraum München für ihre Ausstellung »Der Tagalbtraum« installativ und multimedial bespielen und »das Potenzial des Hauses optimal ausschöpfen«, so Okido weiter.
Berlin-based conceptual artist Mio Okido explores global cultures of collective memory. Her archival and urban research projects and collaborations with organizations and institutions address German history—particularly Munich’s Nazi past—from the perspective of an artist from Japan, a former ally of the Nazi regime. Okido’s work focuses on the collective everyday complicity of ordinary citizens and how that complicity is reflected in both the media and urban space. Her exhibition »Der Tagalbtraum« is convertig the Kunstraum into a multimedia installation that she states »makes optimal use of the building’s potential.«
WeiterlesenCarsten Fock. Fault Lines
Carsten Focks künstlerische Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Landschaft, Malereigeschichte und deutsch-deutscher Nachkriegsgeschichte – verbunden mit seiner Biografie.
Landschaft ist für den in Bamberg und Wien lebenden Künstler kein neutrales Motiv, sondern historisch und kunstgeschichtlich aufgeladen; in Malerei, Zeichnung, Installation befragt er kritisch ein kulturelles Gedächtnis, das bis in die Zukunft wirksam ist. In der Ausstellung »Fault Lines« untersucht er, inwiefern aktuelle gesellschaftliche Umbrüche wie Rechtsruck, soziale Spaltung und Polarisierung öffentlicher Diskurse sich in ästhetischen Formen abbilden lassen und welche Verantwortung Malerei in Zeiten politischer Verunsicherung zukommt. Er macht Stimmungen, Brüche und Spannungen in seinen Bildern sichtbar – Landschaft, Architektur und Figur spielen dabei eine Rolle.
Carsten Focks’s work deals with the tensions between landscape, the history of painting, and postwar East–West German history, all of which are closely linked to his own biography. For Fock, who lives in both Bamberg and Vienna, landscape is not a neutral motif, but one steeped in history and art history. In »Fault Lines«, he examines the extent to which current social upheavals—including a shift to the political right, deep societal division, and the polarization of public discourse—can be reflected in aesthetic forms, and what role of painting can play in times of political uncertainty. Moods, ruptures, and tensions are visible in his paintings—landscape, architecture, and human figures each play a role.
WeiterlesenEva Raschpichler. Achterncrush
Seit 2016 betreibt Eva Raschpichler eine persönlich geprägte Forschung, die dem Werk des Münchner Filmemachers, Schriftstellers, Dramatikers und bildenden Künstlers Herbert Achternbusch (1938 – 2022) nachspürt. 2018 gelang es ihr, für die Ausstellung »Herbert Achternbusch. Das Gespenst. Ich zeige was ich kriegen kann, oder nicht.« im Kunstbunker Nürnberg zahlreiche neu- und wiederentdeckte Exponate zu präsentieren und diese mit ihrem eigenen künstlerischen Ansatz zu verbinden. Auch die Ausstellung im Kunstraum München »Achterncrush« bewegt sich zwischen wissenschaftlichem Kuratieren und künstlerischem Handeln, akribischer Forschung und freier Performance.
Since 2016, Eva Raschpichler has conducted in-depth research into the work of the Munich-based filmmaker, writer, playwright, and visual artist Herbert Achternbusch (1938–2022). In her exhibition »Herbert Achternbusch. Das Gespenst. Ich zeige was ich kriegen kann, oder nicht (Herbert Achternbusch: The Ghost. I Show What I Can Get, or Not)« at the Kunstbunker Nuremberg in 2018, she combined her own artistic approach with numerous newly discovered and rediscovered works by Achternbusch. Her new exhibition »Achterncrush« continues this approach, moving fluidly between scholarly curation and artistic intervention, meticulous research, and free-form performance.
