Kr.

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[Gastprojekt]


Blooming Signals
08.02. – 11.03.2018

James Gregory Atkinson
Natalie Czech
Sarah Lehnerer
Aykan Safoğlu
Monica Studer /
Christoph van den Berg

Eröffnung:
07.02., 19 Uhr

Samstag, 10.02.2018, 14 Uhr
Führung durch die Ausstellung
von Benedikt Seerieder






In der Ausstellung Blooming Signals setzen sich James Gregory Atkinson, Natalie Czech, Sarah Lehnerer, Aykan Safoğlu, Monica Studer / Christoph van den Berg mit der Aneignung, Übertragung und Transformation von kulturellen Zeichen und Bedeutungsträgern auseinander. Jenseits des gesprochenen Wortes dominieren heute diverse Signale und Vehikel die zwischenmenschliche Kommunikation: Symbole, Bilder, Klänge und Texturen formen unsere Wirklichkeit. Sie vermitteln Bedeutungen, markieren Seinsweisen und konstruieren Trennungen wie Gemeinschaften. Dabei erweisen sie sich keineswegs als eindeutig: Signale wandeln beständig ihre Gestalt, Kontexte und Bedeutungen und stiften ein poetisches Potential.

Kuratiert von Franziska Linhardt und Benedikt Seerieder

Die Ausstellung wird gefördert von:

Ein Kunstraum-Gespräch neben der Information:

Fünf Jahre Münchner Nazi-Terror-Prozess. Neuer deutscher Rassismus und das Problem der Geheimdienste im NSU-Komplex – mit einem Vortrag von Friedrich Burschel über die Konsequenzen

Mittwoch, 31. Januar 2018, 19 Uhr

Nürnberg



Im Mai 2018 werden es fünf Jahre sein: Seit 2013 trifft sich fast jede Woche in Saal A101 des Strafjustizzentrums an der Nymphenburger Straße der 6. Strafsenat des Münchner Oberlandesgericht. Zur Zeit laufen die Schlussplädoyers. Weder diese 400 Verhandlungstage des NSU-Prozesses, noch die mittlerweile 13 parlamentarischen Untersuchungsausschüsse haben eine umfassende Aufklärung des Nazi-Terrors erbracht. Das Kunstraum-Gespräch gibt einen groben Überblick über die offenen Fragen und diskutiert Vermittlungsstrategien, die zum Ende des Prozesses erwartet werden: Wird der Prozess als Ruhmesblatt deutscher Rechtsgeschichte in den Medien gezeichnet oder wird stattdessen eine Kritik an den deutschen Inlandsgeheimdiensten dominieren? Könnte es gar eine breite Debatte des neuen deutschen Rassismus geben?

Und noch ein Aspekt des Kunstraum-Gesprächs: Nach der Ermordung der Unternehmer Mehmet Kubaşık in Dortmund und Halit Yozgat in Kassel am 4. bzw. 6. April 2006 demonstrierten in beiden Städten tausende Menschen migrantischen Hintergrunds unter dem Motto „Kein 10. Opfer!“. Dennoch nahm auch keine kritische und linke Öffentlichkeit von dem mörderischen Agieren des NSU Notiz, sondern hat sich von den Medien, die die Polizeiversionen ungeprüft übernahmen, den Bären krimineller Machenschaften im „Ausländermilieu“ aufbinden lassen. Niemand hat gegen die Etikettierung der grausamen Hinrichtungen als „Döner-Morde“ je lautstark protestiert oder – außer den Betroffenen – auch nur Zweifel angemeldet. In der Rückschau: Was könnten Ursachen sein? In der gegenwärtigen Betrachtung: Welche gesellschaftlichen und politischen Konsequenzen spielen im Gericht und in den Medien so gut wie keine Rolle? In der Vorschau: Warum können wir beim besten Willen kein Hakenkreuz entdecken?

Friedrich Burschel
ist Mitarbeiter des Prozessbeobachtungsprojekts NSU-Watch (nsu-watch.info) und am Oberlandesgericht München akkreditierter Korrespondent des thüringer Bürgerfunks Radio Lotte Weimar. Burschel hat bisher fast jeden Prozesstag besucht. Er ist Referent zum Schwerpunkt Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Akademie für Politische Bildung der Rosa Luxemburg Stiftung und lebt heute in Berlin. Vorher war Friedrich Burschel künstlerischer Leiter des Kulturzentrums Altes Kino in Ebersberg bei München.

Moderation: Ralf Homann
Mitglied im Vorstand des Kunstraums. Er kuratiert zur Zeit die kommende Einzelausstellung der in Wien lebenden Künstlerin Eva Egermann „Kranke Sounds (Devianz und Pop)“. In seinen künstlerischen Arbeiten beschäftigt sich Homann seit vielen Jahren immer wieder mit rassistischer Praxis. Am 20. Januar 2018 senden BR und WDR seine Dokumentation: „Die Offenen Fragen – Dokumente der Nebenklage im NSU-Prozess“ (Regie: Karl Bruckmaier).

Alexander Steig
VISUS VISERE

Mittwoch, 24. Januar, 19 Uhr





Buchpräsentation und Interview-Film in Anwesenheit der Kuratorin Patricia Drück und des Künstlers Alexander Steig sowie des Grafikers Andreas Henze, des Fotografen Andreas Stolle und des Verlegers Hubert Kretschmer.

Im Programm des icon Verlages erschien 2017 Publikation VISUS VISERE anlässlich des gleichnamigen Projektes von Alexander Steig im Kunstraum München. Ausstellung und begleitende Vortragreihe „Alles unter Kontrolle“ fanden bereits 2011 statt. Umso mehr freuen wir uns, dass der Kunstraum als Herausgeber nun sein „jüngstes Druckwerk“ vorstellen kann.

Steigs damalige Closed-Circuit Videoinszenierung setzte den Besucher medial in die wechselseitige Rolle des beobachteten Objekts und beobachtenden Subjekts; generell warf seine Arbeit Fragen nach dem Konflikt der (staatlichen) Fürsorge und des damit einhergehenden (gewollten/ungewollten) Intimitätsverlustes auf. Die vier Beiträge der Publikation greifen mit unterschiedlicher Blickrichtung auf diese Konstellation zu und entwickeln darüber hinausgehende Überlegungen zur Ästhetik der Kontrolle.

Publikation mit Beiträgen von Ilka Kreutzträger und Nils Zurawski, Patricia Drück, Simon Frisch und Slavko Kacunko

Julien Viala, John Beeson, Edition Taube
BIEN COMMUN

Mittwoch, 17. Januar, 19 Uhr





Objektpräsentation des Künstlers Julien Viala in Zusammenarbeit mit dem Autor John Beeson und Jonas Beuchert/Edition Taube.

Im Rahmen einer Ein-Tages-Ausstellung stellt der Kunstraum eine Arbeit vor, die an der Schnittstelle von Edition, Künstlerbuch, Publikation und Skulptur fungiert. Der Titel „Bien commun“ beschreibt im Französischen (mehr noch als das deutsche „Gemeinwohl“) das Gut innerhalb einer Gesellschaft und eines kulturellen Kreises im politischen, philosophischen und theologischen Sinn. Die Terminologie ist Ausgang für eine Erörterung von Julien Viala und seinen Kollaborateuren.

Julien Viala hat einen schier endlosen Fundus an fotografischen Beobachtungen gesammelt, wie Kunstwerke, kunsthistorische Artefakte oder ästhetische Eingriffe im öffentlichen und halböffentlichen Räumen „auftreten“. In Zusammenarbeit mit Jonas Beuchert von Edition Taube entstanden daraus einen halben Meter lange Papierblöcke mit einer scheinbar endlosen Anzahl von Seiten, in zufälliger Reihenfolge wie Bücher verleimt. John Beeson beleuchtet in seinem gleichnamigen Essay verschiedenen Aspekte und 
Konflikte, die mit dem Begriff „Bien commun“ und dessen 
Übersetzung in unterschiedliche Sprachen und Kontexte verbunden sind. Am Abend werden die Papierblöcke angeschnitten und in zufällige Bücher zerteilt.

Weiteres über „Bien Commun“ wird von Julien Viala und Jonas 
Beuchert von Edition Taube im Gespräch mit Nina Holm verraten.

Jahresgaben

9.12. bis 22.12.2017
Eröffnung: Freitag, 8.12. um 19 Uhr

Andreas Bärnthaler, Tim Bennett, Anton Bosnjak, Albert Coers, Robert Crotla,Hedwig Eberle, Johannes Evers, Leonie Felle, Patricija Gilyte, Antje Hanebeck, Stefanie Hofer, Monika Humm, Monika Kapfer, Sebastian Kempff, Robert Klein, Stefan Lenhart, Justin Lieberman, M+M, M8, Michaela Melian, Andreas Mitterer, Christina Maria Pfeifer, Thomas Splett, Lorenz Straßl, Frank Stürmer, Stefanie Ullmann, Timm Ulrichs, Nikolai Vogel, Mitra Wakil, Weinberger & Zuber, Stefan Wischnewski, Anne Wodtcke, Martin Wöhrl, Doris Würgert

Matthias Wollgast
Stock and Store

26.10. bis 3.12.2017

Eröffnung: 25.10. um 19 Uhr
Künstlergespräch: 3.12. um 16 Uhr
mit Wolfgang Ullrich

Ausstellungsansichten:
Matthias Wollgast, Stock and Store, © Kunstraum München
Fotos: Thomas Splett, 2017

Matthias Wollgast (geb. 1981) zeigt im Kunstraum München eine zweiteilige Rauminstallation, die als Bestandteil eines fortlaufenden Arbeitsprozesses in einem übergreifenden Rahmen gesehen werden kann.

Im Erdgeschoss des Kunstraums ist eine Reihe von Objekten zu sehen, deren Display auf einen Museumsshop anspielt. Bekannte und erfundene Werke, denen fiktive Künstlerbiografien zugrunde liegen, sowie Werke und Dokumente der Kunst- und Kulturgeschichte werden in Form von Publikationen, Postkarten und Bildern gezeigt. Im oberen Stockwerk werden ‚Originale‘ in einer Art Archivsituation präsentiert. In einem großen Stahlregalsystem sind wie in einem Depot Transportkisten und Schachteln, vereinzelt aber auch plastinierte Objekte und Werke des Künstlers gelagert. Die Kunstwerke selbst werden durch die Archivsituation in einen vermeintlich dokumentarischen Zusammenhang überführt, so dass im Effekt die Differenzierung in Kunst und Archiv ad absurdum geführt wird.

Im Werk von Matthias Wollgast wird die Fortschreibung von Geschichte und Vergangenheit stetig durch mediale Brechungen hinterfragt. Was ist den Dingen eingeschrieben und wie verändern sie sich durch ihre Reproduktion in Printmedien sowie durch ihre Beschreibung und Interpretation? Die untereinander verwobenen Werkkomplexe bieten fiktive Narrationen an, hinterfragen (Re-) Präsentationsformen und lassen gleichzeitig mehrere Lesarten zu, welche die temporale Logik eines linearen Geschichtsverständnisses außer Kraft setzen.

Matthias Wollgast hat an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert. Er hat 2016 den Förderpreis des Landes NRW sowie den der Stadt Düsseldorf und 2017 den Bonner Kunstpreis erhalten.


Kuratiert von Patricia Drück

Edition anläßlich der Ausstellung:

Matthias Wollgast, Standbild 7, 2017

Inkjet Print, 46 × 55 cm

Preis: € 260,- ohne Rahmen, gerahmt € 410,-

Auflage 10 + 5AP

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, die Stiftung Kunstfonds, die Kulturstiftung der Stadtsparkasse München sowie die Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung.

Timm Ulrichs
Vorsicht, Glas!

9.9. – 15.10.2017

Eröffnung: Freitag, 8.9. um 19 Uhr


Kuratorenführung: Samstag, 7.10. um 17 Uhr

Lange Nacht der Museen: Samstag, 14.10. von 19 bis 02 Uhr

Künstlergespräch: Sonntag, 15.10. um 15 Uhr

​Timm Ulrichs zwischen seinen Arbeiten im Obergeschoss des Kunstraum, Foto: © Alexander Steig, VG Bild-Kunst, Bonn 2017
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Timm Ulrichs’ (*1940) vielgestaltiger und international rezipierter Ansatz bewegt sich in den Bereichen Neo-Dada, Konzeptkunst, Body-Art, Grafik und Installation/Environment. Sein umfangreiches Œuvre ließ Peter Weibel (ZKM) sagen, Ulrichs sei „einer der größten und prototypischsten Künstler des 20. Jahrhunderts“. Man darf ohne Übertreibung feststellen, dass die kunsthistorische Würdigung seines äußerst umfangreichen Werkes bereits eingesetzt hat und sich zeigt, wie viele seiner Arbeiten Einfluss auf andere Künstler hatten und haben. Seine Arbeiten sind immer auch an die Person Timm Ulrichs gebunden, nennt er sich doch selbst seit Ende der 1950 Jahre „Totalkünstler“.

Für sein Projekt „Vorsicht, Glas!“ im Kunstraum München realisiert, modifiziert und reinszeniert Timm Ulrichs u. a. zwei akustische Arbeiten, die sich diesem zerbrechlichen Werkstoff audiovisuell widmen.

Der Künstler sagt, er habe keine spezifische Affinität zum Werkstoff und Material Glas, vielmehr habe jedes Material spezifische Eigenschaften, die sein Interesse wecken. Glas wohne das Paradoxon inne, dass es uns im Alltag ständig begegnet als Fenster, Gefäß, Scheibe (zum Schutz für Kunstwerke), sich aber stofflich versucht, rar zu machen, unsichtbar sein will. Ein Stoff ohne Eigenschaften, der selbst nicht in Erscheinung treten will, gleichzeitig undurchlässig und transparent und trotz relativer Weichheit fest in der Erscheinung.

Der Kurator der Ausstellung Alexander Steig führt am 15. Oktober 2017 um 15 Uhr ein Künstlergespräch mit Timm Ulrichs

Ausstellungsansichten: Thomas Splett, 2017
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​Foto: C. v. Lerchendorff
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Die Ausstellung wurde freundlich unterstützt von der

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Der Kunstraum freut sich, dass Timm Ulrichs gleichzeitig zur Ausstellung Gelegenheit hatte, in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München auf der Kunstinsel am Lenbachplatz eine zweiseitige Textarbeit zu realisieren, die bis Ende Oktober eine unauflösliche Behauptung in den öffentlichen Raum stellt.

​Timm Ulrichs vor der Rückseite seiner Textarbeit im Außenraum am Lenbachplatz, München. Foto: © Alexander Steig, VG Bild-Kunst, Bonn 2017

1. bis 31. August 2017
[Summer Residence]
Anita Edenhofer und Matthias Numberger

Im Kunstraum entwickeln die beiden Bildhauer Anita Edenhofer und Matthias Numberger eine gemeinsame Werkserie weiter, die sie über die letzten Jahre kontinuierlich verfolgt haben. Dieser Serie übergeordnet stehen Grundelemente, die sich durch Ihre Gebrauchsgegenständlichkeit auszeichnen und durch die Modifizierungen der beiden Künstler eine Umwertung erfahren. In vorangegangenen Ausstellungen (Symposium K in Athen, 2016 und „getting closer … but not too close“ in München, 2016) waren gemeinsam erdachte und gebaute Bänke und Tische die gezeigten und bespielten Skulpturen. Für die gemeinsamen Arbeiten, die im Kunstraum entstehen sollen, sind Handtücher, Fließen und Fassadenelemente die Grundlage der Kollaboration von Edenhofer und Numberger. In einer Veranstaltung gegen Ende der summer residence wird die Möglichkeit und Notwendigkeit der Beteiligung bei den entstehenden Skulpturen hinterfragt.

Ansichten 1 und 2: Moisturize; 3: Cccatastrophe

Fotos: © Edenhofer/Numberger, 2017


[Special Event]

Im Rahmen der Ausstellung Wiederverzauberung/Re-Enchantment bleibt der Kunstraum am Mittwoch, den 21. Juni von 14 bis 21 Uhr geöffnet.

Ab 19 Uhr laden wir Sie herzlich zu einem Aperitif und ‘‘Blitzführungen’’ ein.

 Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

​Daniel Maier-Reimer mit Luca Vitone, Stefan Vogel
Ausstellungsansicht Wiederverzauberung/Re-Enchantment, © Kunstraum München,
Foto: Thomas Splett 2017

Wiederverzauberung / Re-Enchantment

Federico Cavallini, Daniel Maier-Reimer mit Luca Vitone,
Margherita Moscardini, Stefan Vogel

25. Mai bis 25. Juni 2017
Eröffnung: 24. Mai um 19 Uhr

Ausstellungsansicht: Daniel Maier-Reimer mit Luca Vitone, Stefan Vogel
Foto: Thomas Splett
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Ausstellungsansichten: Beide Federico Cavallini
Fotos: Thomas Splett
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Am 7. November 1917 hielt Max Weber im Rahmen einer studentisch organisierten Vorlesungsreihe in München einen Vortrag, mit dem er auf eines der zentralen Themen seines Denkens fokussierte: “Die Entzauberung der Welt”. Die moderne Wissenschaft befreite den Menschen von irrationalen Erklärungen und bot rationale Werkzeuge an, um die Realität zu meistern – dabei beschneidet sie aber auch den Wert aller anderen Formen der Erkenntnis und der Freude, die sie dem Menschen bereiten. Die Wissenschaft selbst ist nicht in der Lage, eine Antwort auf wesentliche Fragen zu geben, wie sie der russische Schriftsteller Tolstoj klar formuliert hatte: „Was sollen wir tun? Wie sollen wir leben?“

Hundert Jahren nach Max Webers Vortrag wird der Kunstraum zu einem Ort der Forschung und Reflexion über diesen Zustand, der besonders charakteristisch für die westliche Kultur ist.

Der Kunstraum lädt fünf Künstler ein, mit ihren Interventionen das “Monopol der Wahrheit” aufzubrechen. In den Ausstellungsräumen soll ein Prozess der „Wiederverzauberung” ausgelöst werden, so wie ihn der Theoretiker und Ökologe Serge Moscovici unter Einbezug der künstlerischen Tätigkeit vorschlug: „[…] eine Sammlung von fühlbaren Realitäten, die sich kombinieren und darstellen lassen […] Ereignisse des Alltags, Sonnenuntergänge, Windböen, die Einsamkeit der Wesen, die Isolation des Geschaffenen, Nuancen der Seele, dies sind alles Reize, Themen, die den Menschen ein Szenario bieten, das ihren Wünschen, den Bedürfnissen des Zeitgeistes, der Natur im Ganzen entgegenkommt […]“ [1].

Die Arbeiten von Federico Cavallini, Daniel Maier-Reimer mit Luca Vitone, Margherita Moscardini und Stefan Vogel geben eine nicht festgelegte und nicht vorgegebene Weltanschauung wieder, die Energien freisetzt und die Berührungspunkte mit der Realität multipliziert. Sie bringt außerdem verschiedene Kategorien des Denkens in Zusammenhang und lässt durch die Vorstellungskraft neue Formen der Erkenntnis zu.

“Wiederverzauberung – Re-Enchantment” ist eine gemeinschaftliche Ausstellung von Emily Barsi, Kuratorin des Kunstraums München, und Alessandra Poggianti, freie Kuratorin und Co-Direktorin des Kunstvereins Milano.

[1] “Il reincantamento del mondo” di Serge Moscovici in “Sulla Natura”, Il Saggiatore, Milano 2005.

Die Ausstellung wird gefördert von: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst; Finbridge sowie der Landeshauptstadt München.

Habt ihr die Little People gesehen?
Sagt ihnen, ihre Häuser sind fertig.

Dwelling Munich –

Ein Projekt von Charles Simonds
 und

Münchner Jugendlichen in den Schaufenstern

und 
an den Ecken und Kanten Münchens.

Mai bis September 2017

Die Little People begleiten den New Yorker Künstler Charles Simonds seit vielen Jahrzehnten. Für diese imaginäre Bevölkerung baut Simonds in Stadtvierteln der ganzen Welt winzige Behausungen aus ungebranntem Ton, sogenannte Dwellings. Gemeinsam mit Charles Simonds schufen Schülerinnen und Schüler zwischen Mai und September dieses Jahres in verschiedenen Stadtteilen Münchens ihre eigenen kleinen Siedlungen. Zum Projekt ist eine Publikation beim Kunstraum München erhältlich.

Workshops mit Münchner Jugendlichen

Dwelling Schwabing
Habsburger Platz, 11. Mai 2017
Dwellings gestaltet von Schüler*innen des Gisela-Gymnasiums

Dwelling TUM
Lehrstuhl für Bildende Kunst, Prof. Tina Haase, an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität München, 15. Mai 2017
Workshop mit Student*innen der TU München und Schüler*innen des Wittelsbacher Gymnasiums

Dwelling Hasenbergl
Stadtbibliothek Hasenbergl, 30. Mai bis 18. Juni 2017
Ausstellung im Schaufenster gestaltet von Schüler*innen der Willy-Brandt-Gesamtschule

Dwelling Heckscher Schule
kbo-Heckscher Klinikum, ab 28. September 2017
Ausstellung im Fenster gestaltet von Schüler*innen der Carl-August-Heckscher-Schule

Dwelling Kunstraum
Kunstraum München, 4. Juli 2017
im Rahmen der Ausstellung „Dwelling Munich“ gestaltet von Münchner Jugendliche

Austellung


Dwelling Munich, 6. bis 30. Juli 2017
Kunstraum München, Holzstraße 10 Rgb.
Ausstellung und Dokumentationen

der Workshops Schwabing, TUM und Hasenbergl

Exponate
• Fotowand mit Workshop-Bildern, 180 × 250 cm
• Dwellings aus den Workshops Schwabing, TU München und Hasenbergl, 100 × 300 × 600 cm
• Ghafur Sedaghat und Paul Huf: „DWELLING MUNICH 2017“, Video, 11:44 Min., Musik: Malik Sharifi
• „Habt ihr die Little People gesehen? Sagt ihnen, ihre Häuser sind fertig!“, Zeitung zum Mitnehmen,
48 Seiten, 17 × 27 cm

Abbildungen S. 69, 70, 73, 75 aus der Publikation


Charles Simonds’ Dwellings

im Münchner Stadtraum

Dwelling Giesinger Bahnhof, 12. Mai 2017 (verschollen)
Dwelling Nicolaiplatz, Imbiss „Alles Wurscht“, 1. Juni 2017
Dwelling Schwanthalerstraße, Ecke Schießstättstraße, 11. Juli 2017
Dwelling Freudstraße, Städtische Willy-Brandt-Gesamtschule, Freudstraße 15, 28. September 2017

Alle Fotos sind von Maximilian Geuter.

Weitere Informationen findet ihr online unter www.dwellingmunich.de

Ein Projekt der Reihe:

Kunst im öffentlichen Raum –
 Ein Programm

des Kulturreferats der Landeshaupstadt München

​Publikation

Dwelling Munich

Charles Simonds und Münchner Jugendliche
192 Seiten, 17 × 27 cm
ISBN 978-3-923874-97-2
Kunstraum München, 2017 €

€ 24,00

Finden Sie die Publikation auf der

Kunstraum München Website.

Die Publikation erscheint anlässlich des Projekts im öffentlichen Raum

von Charles Simonds und Münchner Jugendlichen sowie der Ausstellung im Kunstraum München.
Ein Projekt der Reihe: Kunst im öffentlichen Raum – ein Programm des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.
Interview mit Charles Simonds von Stephanie Weber, Text von Petra Lange-Berndt, dt./engl.

Prospective Perspectives

Film- und Vortragsreihe
März April Mai 2017

In einem postutopischen wie gleichermaßen posthumanen Zeitalter wirken positive Zukunftsentwürfe – wie sie insbesondere die Kunst der 1960er und 1970er Jahre noch maßgeblich bestimmt hatten – wie anachronistische Relikte einer anderen Zeitrechnung. Der Zukunftsoptimismus erscheint regelrecht eingeklemmt zu sein zwischen einem Angriff von rechts als naives Gutmenschentum oder einem linken Abtun als gezielte Verblendungsstrategie.

Lässt sich das Einüben von Zukunftstechniken tatsächlich auf pragmatische Vorsorge- und Prepperstrategien, eine Verteidigung des Status Quo oder eine vermeintliche Kreativität des Entrepreneurships reduzieren? Gibt es nicht historische und gegenwärtige Modelle von Emphase, Bejahung, Spaß und positivem Denken, die sich für einen – wenngleich korrumpierten – , aber möglicherweise doch wirksamen Begriff von Freiheit in Anschlag bringen lassen? Wie wäre eine erneuerte Theorie des Komischen und des Lachens?

Die Reihe fokussiert, in Lang- und Kurzfilmen oder mit Video und Performance, Zukunftsentwürfe jenseits von Weltuntergangskatastrophen oder technischer Utopien, die positive Handlungsmuster des sozialen und ökonomischen Zusammenlebens entwickeln. Sie befragt in kritischen Gesprächen deren aktuelles handlungspolitisches und theoriebildendes Potential.

​Foto: Minna L. Henriksson
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Sonntag, 7. Mai, 14 Uhr

Minna L. Henriksson: Burning Questions

Finnische Perspektiven auf Lenin 1917/2017: „Was tun?“ (Lenin) oder „Was nun?“ (Trotzki)

Einführung und Exkursion nach Schwabing mit Minna L. Henriksson,

moderiert von Ralf Homann

Die Exkursion zu einigen der Münchner Lenin-Orte nehmen wir zum Anlass einer kollektiven Recherche und eines gemeinsamen Wissensaustausches zusammen mit der Künstlerin Minna L. Henriksson. Ein möglicher Zugang könnte Lenins programmatische Schrift „Was tun?” sein, an der er während seines Münchner Exils Anfang des 20. Jahrhunderts arbeitete.

Treffpunkt und Einführung: Kunstraum, 14:00 Uhr

Beginn der Exkursion nach Schwabing: 14:45 Uhr

Anschließend Lenin Reading in einem Schwabinger Biergarten (bei schönem Wetter)

Minna Henriksson is in Munich in order to find out more about the history of the city in relation to V. I. Lenin. The walking tour to some of the main Lenin-sites in Munich is a chance for a collective enquiry and sharing of knowledge about that specific history, where everyone participating is welcome to contribute with their knowledge. Before the walk, in discussion with Ralf Homann, Minna L. Henriksson will also introduce her previous work with Lenin, and how the memory and legacy of Lenin has been preserved in Finland in different periods and today.

Minna Henriksson is a visual artist currently living in Helsinki. 
Her work is research-based and relates to artistic post media practices exercising a disparate range of tools including text, drawing, photography and radio-play. She is interested in covert deep political processes that appear to be neutral and natural. One of the fields of focus in her work has been the dynamics and power-positions within the art scene. Henriksson co-edited book Art Workers – Material Conditions and Labour Struggles in Contemporary Art Practice focusing on problematic aspects in art workers‘ labour conditions in Finland, Sweden and Estonia. She studied art in Brighton, Helsinki and Malmö and has lived longer periods in South-East Europe. Henriksson was a candidate for the Vienna based Anni and Heinrich Sussmann Award supporting artists who are committed to democracy and antifascism.

Through her exhibition “Lenin in Aurakatu” about the Lenin monument in front of the Art Museum in Turku, Minna Henriksson started a long term examination of Lenin’s role in the independency process of Finland, and the period in Finnish foreign politics called ‘Finlandization’ that perhaps explains the erection of the monument in relatively conservative city of Turku in 1977.

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Mittwoch, 3. Mai, 19 Uhr

Die letzten Tage und der Tag danach

Der Pessimist hat’s leicht, die Katastrophe ist unterhaltsam(er als eine Heile Welt).

Film Lecture von Holger Dreissig

Fantômas, Propaganda, Planwirtschaft, Hollywood, Digitalismus, Shangri-La und Laogai. Cinephilie ist mehr als mit der Kenntnis möglichst abseitiger Filme aufzutrumpfen und über Trashperlen abzulachen. Fiktion weiß mehr über Zukunft als Rationalismus.

Holger Dreissig.

Bildender Künstler, Autor und freier Regisseur. Diverse Video- und Filmarbeiten. Von 1992 bis 2015 entstand der 24-teilige Theaterzyklus Verwaltungsperformance. 1995 Gründung der JEANSGRUPPE. Zahlreiche Festivaleinladungen. 2008 Gründung des C.L.A.I.M.e.V. – Club latenter Anmut in München. 2012 bis 2015 Mitwirkung im Brand Fiction Space, AUDI. Mitinitiator von Monokultur München – Autopsie einer Stadt.

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Montag, 24. April, 19 Uhr

bankleer: Die Irrenden. Europäische Defigurationen

Die Berliner Künstlergruppe bankleer stellt ihren aktuellen Katalog vor, der das Projekt „Die Irrenden. Europäische Defigurationen“ dokumentiert, das im letzten Sommer auf dem Münchner Max-Joseph-Max stattgefunden hat. Mit Sounds (Patrik Catani) und Rezitationen zu „Die Irrenden“ sowie Inserts zu Bachtin, Rabelais und dem politischen Künstler als Panurgen (mit bankleer, Olaf Becker und Daniela Stöppel).

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​Videostill: Miriam Gossing/Lina Sieckmann, Ocean Hill Drive, 2016 (Experimentalfilm, 16mm transferiert auf HD, 21 Min., Farbe, Ton)
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„Then I saw … Nothing“

Miriam Gossing & Lina Sieckmann,

Benjamin Ramírez Pérez, Stefan Ramírez Pérez


Ausstellung im Rahmen von
Kino der Kunst

Eröffnung: Dienstag, 18. April, 19 Uhr
Laufzeit: 19 bis 23. April, täglich 14 bis 19 Uhr

Der Kunstraum München zeigt im Kontext des Filmfestivals Kino der Kunst die Ausstellung Then I saw … Nothing mit Werken von Miriam Gossing, Benjamin Ramírez Pérez, Stefan Ramírez Pérez und Lina Sieckmann. Die Ausstellung legt den Schwerpunkt auf drei künstlerische Positionen, die sich filmisch mit Fragen der Wahrnehmung und der Täuschung auseinandersetzen. In Ocean Hill Drive (2016, 21 Min.) untersuchen Gossing/Sieckmann, die seit mehreren Jahren als Künstlerinnenduo zusammenarbeiten, das Phänomen des ‘Shadowflicker’ und dessen beunruhigend-hypnotisierende Wirkung. Benjamin Ramírez Pérez’ Filminstallation A Fire in My Brain that Separates Us (2015, 17 Min.) assembliert Bild- und Textreferenzen auf ‘Gaslighting’-Filme zu einer Erzählung über Halluzination, Manipulation und Verführung. As Much As Anyone (2016, 17 Min.) von Stefan Ramírez Pérez porträtiert Schauspielerinnen in Los Angeles und wirft dabei Frage nach einer fiktiven Authentizität auf.

Eingeladen von Heike Ander.


Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), an der die vier Künstler*Innen studiert haben.

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​Film still: Divina Obsesión, Volko Kamensky, DE 1999
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Mittwoch, 12. April, 19 Uhr

So Verrückheiten des Lebens
Filme von Hellmuth Costard und Volko Kamensky
ausgewählt und präsentiert von Florian Wüst (Berlin) sowie moderiert von Ralf Homann
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Divina Obsesión, Volko Kamensky, DE 1999, 27′
Teilweise von mir – Ein Volksstück, Hellmuth Costard, BRD 1973, 55′
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Warum gibt es in Frankreich unzählige Kreisverkehre, deren Mitte mit Kunst verziert ist? Wie lassen sich 600 Passanten in Hamburg und München dazu bringen, einen Monolog über die moderne Arbeits- und Konsumgesellschaft zu halten? Diese beiden so unkonventionellen wie humorvollen Filme gehen der Absurdität nach, die bei genauerem Hinsehen in der uns vertrauten und allzu durchorganisierten Alltagswelt steckt, und spielen gleichsam auf die Möglichkeit sozialer Veränderung an.

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Florian Wüst lebt als freischaffender Künstler, Herausgeber und Filmkurator in Berlin. Seine Arbeit beschäftigt sich mit der europäischen Nachkriegsgeschichte und dem sozialen, ökonomischen und technischen Fortschritt in der Moderne. Wüst schreibt, referiert und unterrichtet häufig zu Themen rund um Film und Gesellschaft. In 2011 ko-initiierte er Haben und Brauchen. Seit 2016 ist er der Film- und Videokurator der transmediale und gründete gemeinsam mit Valeria Fahrenkrog, Joerg Franzbecker, Erik Göngrich, Heimo Lattner, Katja Reichard und Ines Schaber die Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt.
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​Ruth Anderwald + Leonhard Grond, Hasenherz, (c) Kulturzentrum bei den Minoriten
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Mittwoch, 5. April, 19 Uhr

Ruth Anderwald + Leonhard Grond: Über den Taumel
Hasenherz oder die Lust am bewegten Bild und Wort


Einführung, Film und Diskussion mit Leonhard Grond, moderiert von Nina Holm

Kann der Taumel eine Ressource sein? Was bleibt von Verunsicherung, Desorientierung, von Rausch und Ekstase? Was bedeutet es, in der Unsicherheit einen Gedanken zu fassen, eine Handlung zu setzen, eine Idee zu wagen? Gerade in Zeiten globaler und persönlicher Krisenbeschwörungen sind diese Fragen aktuell. Das Künstlerduo Ruth Anderwald + Leonhard Grond (Wien) erkundete drei Jahre lang in ihrem künstlerischen Forschungsprojekt «Taumel – eine Ressource / Dizziness – A Resource » das produktive und kreative Potenzial des Taumels. Ein in dieser Zeit entstandener Kurzfilm wird von den Künstlern in dem von ihnen entwickelten Format namens HASENHERZ präsentiert: in Appropriation der Methoden von Arnold Schönbergs «Verein für musikalische Privataufführung » wird ein Film gezeigt, gemeinsam diskutiert und dann ein weiteres Mal angesehen.

Dauer der Veranstaltung: ca. 90 Minuten

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​Filmstill Kempinski (2007), ©Neil Beloufa
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Mittwoch, 29. März, 19 Uhr

Film AFRIKA II – Futuristic Architectures Revisited



Der zweite Teil des (Kurz-)Filmprogramms widmet sich den gegenwärtigen Aneignungen bzw. dem ‚afterlife‘ modernistischer Architekturen, die als Symbol und Ausdruck des technischen, wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts in den Jahren nach der Unabhängigkeit entstanden sind.



Laurence Bonvin


Avant l’envol (2016)
, 20 min



Licinio Azevedo 


Night Lodgers (2007), 
53 min

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​„Jonah“ von Kibwe Tavares (2013)
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Mittwoch, den 22. März, 19 Uhr

AFRIKA I – African Futures Speculated


Der erste Teil des (Kurz-)Filmprogramms zeigt drei kritische Positionen aus dem Genre des Afrofuturismus. Hier werden Zukünfte auf Basis (westlicher) Wertesysteme sowie technologischem und ökonomischem Fortschritt imaginiert, diesen jedoch eine nicht-westliche Perspektive entgegengestellt.



Wanuri Kahiu


Pumzi (2009)
, ca. 22 min



Kibwe Tavares


Jonah (2013)
 ca. 18 min



Neil Beloufa


Kempinski (2007) 
ca. 14 min



Beide Abende, 22. und 29. März, kuratiert von Kerstin Pinther, Agnes Stillger und Alexandra Weigand

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„Flow of Forms / Forms of Flow. Designgeschichten zwischen Afrika und Europa“ ist noch bis einschließlich Sonntag, den 12.3. an vier verschiedenen Orten in München zu sehen. Während der letzten Ausstellungstage finden folgende Führungen durch die KuratorInnen der Ausstellung statt:

Alle Führungen ohne Voranmeldung möglich.

Treffpunkt ist in der Ausstellung.

Donnerstag, 9. März 2017
16:30 Museum Fünf Kontinente
17:30 Kunstraum
18:30 Galerie Karin Wimmer
19:00 Architekturmuseum

Samstag, 11. März
15:00 Museum Fünf Kontinente
16:00 Kunstraum
16:00 Galerie Karin Wimmer
17:00 Architekturmuseum

Sonntag, 12. März
13:00 Museum Fünf Kontinente
14:00 Kunstraum
15:00 Galerie Karin Wimmer
16:00 Architekturmuseum

02. Februar 2017

Ausstellungseröffnung

16:30 bis 17:30 Uhr

‚Preview‘

Museum Fünf Kontinente

Maximilianstraße 42

mit Dr. Stefan Eisenhofer

(Leiter Afrika Abteilung)

18:00 Uhr

Vernissage

Architekturmuseum der TUM in der Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40

Es sprechen:
Prof. Dr. Andres Lepik (Direktor des Architekturmuseums TUM)
Dr. Anne Fleckstein (Kulturstiftung des Bundes)
Prof. Dr. Kerstin Pinther und Alexandra Weigand Dipl. Des./M.A.(Kuratorinnen)

Ab 19:00 Uhr

— Kunstraum München

Holzstraße 1 RGB sowie

— Galerie Wimmer

Amalienstraße 14

Begrüßung durch die Studierenden.

03. Februar 2017
Artist Talks


14:00 Uhr — Jean Katamayi Mukendi — Architekturmuseum TUM
18:00 Uhr — Cucula — Kunstraum München

Formen der Moderne

15:00 Uhr — Alafuro Sikoki — Architekturmuseum TUM

17:00 Uhr — Cheick Diallo — Kunstraum München

— Museum Fünf Kontinente, Maximilianstraße 42

Formen der Kooperation/Partizipation

— Kunstraum München, Holzstraße 10, RGB

Stoff-Wechsel
— Galerie Karin Wimmer, Amalienstraße 14

Transform(N)ation und Spekulative Formen

— Beide Architekturmuseum der TUM

— in der Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40

Im Zentrum der Ausstellung Flow of Forms/Forms of Flow stehen Gestaltung und Designpraxen in Afrika. Formfindungen (Forms) werden als Resultate eines wechselseitigen Austausches zwischen Afrika und Europa, aber auch zwischen alltäglichen und älteren gestalterischen Grundlagen (Flows) betrachtet. Damit schließt die Ausstellung an den Global Turn in den Kunst- und Designwissenschaften an: Designgeschichten global zu verorten bedeutet einerseits von Gestaltung als einer überall anzutreffenden Praxis auszugehen, andererseits verbindet sich damit auch eine kritische Haltung gegenüber dem eurozentristischen Blick, der oftmals bis heute von simplen Dichotomien von traditionell – modern, handwerklich – industriell, formell – informell geprägt ist. Anstelle einer einseitig (westlich) geschriebenen Designgeschichte entstehen somit vielfältige Designgeschichten. Diesen komplexen Verflechtungen in historischer Perspektive, aber auch mit Blick auf Gegenwart und mögliche Zukünfte, geht Flow of Forms/Forms of Flow in insgesamt fünf Themenfeldern (Stationen) und an vier Ausstellungsorten nach.

Die im Kunstraum gezeigte Station Formen der Kooperation/Partizipation befasst sich mit den sozialen und politischen Dimensionen des Designs und richtet den Blick auf Formen, die durch Kooperation, Austausch und Dialog sowie dem flow von Konzepten, Ideen und Praxen entstanden sind. Hier wird der Frage nachgegangen, ob Artefakte soziale oder politische Dimensionen erlebbar machen können. Formen der Kooperation/Partizipation zeigt auch die Ergebnisse und Objekte eines Workshops mit Cheick Diallo und Cucula in Bamako/Mali, der der Ausstellung vorausgegangen ist. Designer_innen und Künstler_innen: Karo Akpokiere, Paolo Cascone, Matali Crasset & Bulawayo Home Industries, Cucula, Cheick Diallo, Front & Siyzama, Kër Thiossane.

Flow of Forms/Forms of Flow ist eine Kooperation des Instituts für Kunstgeschichte an der LMU unter Leitung von Prof. Dr. Kerstin Pinther und Alexandra Weigand, Dipl. Des./M.A. mit dem Architekturmuseum der TUM, dem Museum Fünf Kontinente sowie dem Kunstraum. Sie findet an diesen Orten und in den Räumlichkeiten der Galerie Karin Wimmer statt.

www.formflowblog.wordpress.com/

​Cheick Diallo, Table Caba, 2012, Metall und Nylonschnur, 40 × 80 × 120 cm
Foto: Diallo Design
.

Die Ausstellung wird gefördert von der Bundeskulturstiftung sowie dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und dem Freundeskreis des Kunsthistorischen Instituts.

[Gast] Buchpräsentation
Jan Erbelding

Mittwoch, 11. Januar 2017, 19 Uhr

Jan Erbelding

*Off*, 2016
22 × 16.5 cm, 80 Seiten
4/4 farbig
Auflage: 200 (deutsch)
Auflage: 75 (englisch)
HAMMANNVONMIER Verlag
hvm-books.com

/“Ich bin da irgendwie reingeraten.//
//Off, von dem es vielleicht mehrere geben könnte, dann gab oder sicher gibt, irgendwo in Konstruktion befindlich, also vielleicht doch örtlich zu verstehen, aber nicht ganz sicher, wenig eigentlich und Erinnerungen an vergangene Zukunftsvorstellungen, eine kaum erfasste Panik aller seichten Ebenen sucht sich auch von hier aus langsam die Verbindungen, diffundiert, alles zusammen, in immer weniger minimale Ordnung; hier ist keine Mitte und hier ist auch nicht einfach weiß drumrum.//
//Um etwas, das irgendwie da reingeraten ist. Ohne schwarz drumrum. Was wichtig wäre, weniger, dacht ich, wurde mehr, was ich nicht wollte, denke ich.//
//Zukunft funktioniert eingeschränkt, wovon es vielleicht mehrere geben könnte oder gab oder sicher gibt, irgendwo, wodurch die Panik mich erfasste. //
//
//Wenn Erinnerungen an eine Zukunft existieren, was bedeutet das dann für die An- oder Abwesenheit von Zukunft hier?//
//
//Im Off.//
//Off.//
//Verflixt.//
//Ich raste aus.“/


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