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[Gastprojekt]

EN PLEIN AIR 2021

Performance-Reihe im öffentlichen Raum

Silvia Hell

Wind Pressure Concert
Für ein vielfätiges Orchester, Publikum und Feinstaub

Performance: Sonntag, 10.10.
Im Rahmen von VARIOUS OTHERS 2021

Englischer Garten (Monopteros), 13.30 Uhr
Isar (vor der St. Maxinilianskirche), 16.00 Uhr

Bei schlechtem Wetter finden beide Konzerte beim Monopteros statt!
Über eine verbindliche Anmeldung würden wir uns freuen.


Zwischen Juli und Oktober 2021 findet die vierte Ausgabe der en plein air, Performance-Reihe im öffentlichen Raum statt. Die Performances finden in urbanen Naturräumen, in Parks und öffentlichen Straßen statt. Dieses Jahr sind drei internationale Künstler eingeladen worden: Hans Schabus, Andrej Polukord und Silvia Hell. Im Mittelpunkt ihrer performativen Arbeit steht die Interaktion mit Passanten, die eingeladen werden, mitzumachen und Teil der Performance zu werden.


Wind Pressure Concert
Für ein vielfätiges Orchester, Publikum und Feinstaub

Ein Projekt von Silvia Hell

In Zusammenarbeit mit Frida Split und Nicola Ratti

Mit Musikern von Embryo und der Express Brass Band

»Wind Pressure Concert« im öffentlichen Raum ist ein Konzert für ein vielfältiges Orchester, Publikum und Feinstaub. In einer Art Raum-Zeit-Kurzschluss wird eine Komposition geschaffen und erlebt, deren Motiv die Luft ist.

Im Jahr 2008 erstellte das Europäische Parlament einen Referenztext zur Überwachung der Luftqualität. Die Künstlerin Silvia Hell beschloss, sich diesem Dokument zu nähern, als wäre es ein Lied. Anstatt es zu lesen, sang sie es wiederholt auf Blues-Basis. Ihre Arbeit untersucht den Rhythmus von Informationen und die Möglichkeit eine Regulierung in ein emotionales Substrat zu verwandeln.

Die Partitur des »Wind Pressure Concert« besteht aus den Daten von Feinstaubpartikeln von 1980 bis 2020, die Silvia Hell in den öffentlichen Archiven zweier Städte erforscht und gesammelt hat: München und Mailand. Die Daten sind in PM2.5 und PM10 unterteilt (die umweltschädlichsten Partikel in der Luft, die wir atmen) und berichten über den täglichen Verschmutzungsgrad, von den Jahren 1980 bis 2020. Die Partitur verzweigt sich in einer Quantenverschränkung zu den Komponisten und Musikern sowie auch zu den Passanten, die auch an der Performance beteiligt sind. Aus dieser visuellen, auf Fakten basierenden, linearen Partitur entsteht ein Konzert, das in einen genau bestimmten und strukturierten Interaktionszyklus geleitet wird und zum Teil aus unterschiedlichen Arten der Improvisation entsteht.

So ergeben sich drei Partituren, die miteinander schwingen. Sie verweisen auf die wissenschaftlichen Daten und weichen von diesen ab, indem sie Dynamiken auf verschiedenen Skalen implementieren: Eine lineare und eine progressive Chronologie schwanken zwischen Chaos und Kosmos. Frida Split leitet das »Wind Pressure« Orchester, mit der Methode »impro conduction«. Die Interaktion des Publikums mit der Aktion wird von Nicola Ratti geleitet, die Anweisungen wie Vorschläge zum Zuhören, zur Position im Raum und zur Möglichkeit der sensorischen, d. h. akustischen und physischen Interaktion mit Hilfe unserer Smartphones gibt. Der Schwerpunkt des »Wind Pressure Concert« liegt auf der Veröffentlichung der Daten zur Luftqualität sowie auf der Eindringung in das emotionale Substrat durch die Musik und durch das Mitmachen.

Silvia Hell (Bozen, 1983) konzentriert sich auf Skulptur, Fotografie, ortsspezifische Installationen, digitale Prozesse und interdisziplinäre Projekte. Ihre Forschung fügt sich in die Welt, in ihre Handlungen und Denkweisen ein und erzeugt innerhalb ihrer Methode Spannungsformen zwischen konventioneller Objektivität des Referenten und neuartigen Modellen der Darstellung und Formalisierung der Wirklichkeit. Ihr Interesse gilt der Analyse und Verarbeitung von Informationen und öffentlichen Daten aus verschiedenen Bereichen mit dem Ziel, ein Spektrum von Werten in einer einzigen ästhetischen Form durch die Klarheit und Einfachheit einer visuellen Intuition zu vermitteln. Hell absolvierte ihr Studium der Malerei an der Brera Academy in Mailand. Sie hat in mehreren Ausstellungen und Veranstaltungen ausgestellt, darunter: 2020 Triennale, Milano (IT); 2019 Festival Transart19, Museion, Bolzano (IT); FuturDome, Milano (IT). 2018 A+B Contemporary Art, Brescia (IT); Deutsche Bank, Frieze London (UK). 2017 Kunstverein München (DE); Museum of Contemporary Art Rijeka (HR). 2016 CCI Fabrika, Mosca (RU). 2015 Progettoborca, Dolomiti Contemporanee (BL) (IT). 2014 Museo d’Arte Contemporanea, Lissone (IT). 2013 Museo Pecci Milano (IT); Alert Studio, Bucharest (RO). 2011 Prague Biennale 5, Praga (CZ).

Nicola Ratti ist ein vielseitiger Musiker und Sounddesigner, der seit Jahren in verschiedenen experimentellen Feldern tätig ist. Seine Klangproduktion schafft Systeme, die aus Wiederholung und Expansion entstehen. Besonders wichtig für ihn ist die Konstruktion von Umgebungen, die in Bezug auf den Raum und die Architektur, die wir bewohnen, und die emotionale und wahrnehmungsbezogene Orientierung, die wir gewohnt sind, auszubalancieren. 1978 in Mailand geboren, trat er in Europa, Nordamerika, Russland und Japan auf und seine Alben wurden seit 2006 bei mehreren internationalen Labels veröffentlicht.

Frida Split ist eine 1979 in Italien geborene Forscherin, Multiinstrumentalistin und Lehrerin. Sie studierte Fagott am G. Rossini Konservatorium in Pesaro (2014). Sie ist Schülerin von Maestro Marco di Bari im Kompositionskurs an der Klavierakademie von Imola. Unter verschiedenen Kollaborationen spielte sie z. B. mit Chilly Gonzales in The Gonzervatory Projekt, (2018 Paris – 2019 Köln) mit Christian Scott beim Montreux Jazz Festival im Jahr 2019 und vielen mehr.

Das Konzert wird audiovisuell aufgezeichnet (Ton: Attila Faravelli).

Wir danken der »Casa degli Artisti« in Mailand und Sclupet für ihre Gastfreundschaft und Unterstützung.

Ein Gastprojekt des Kunstraum München
In Network mit »On Air« Carico Massimo

Kuratiert von Emily Barsi

www.einpleinair.de

Im Rahmen von VARIOUS OTHERS 2021

EN PLEIN AIR 2021 wird durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Kunstraum München gefördert.







Performance: Sunday, October 10
In cooperation with VARIOUS OTHERS 2021

1:30 p.m. at the Monopteros in the English Garden
4:00 p.m. at the Isar in front of St. Maximilian Church
In the event of inclement weather, both concerts will take place at the Monopteros.

Please register by email.

The fourth edition of en plein air, a perfomance series in public space, is taking place between July and October 2021 in urban green areas, parks, and public streets. This year, three international artists have been invited to realize projects: Hans Schabus, Andrej Polukord, and Silvia Hell. Their work focuses on interactions with passers-by who are invited to join in and become part of the performances.

Wind Pressure Concert
For a diverse orchestra, audience, and fine dust particles

A project by Silvia Hell
In collaboration with Frida Split and Nicola Ratti and musicians from Embryo and the Express Brass Band

The »Wind Pressure Concert« in public space is a concert for a diverse orchestra, audience, and fine dust particles. In a kind of space-time short circuit, a composition is experimented with and experienced, the motif of which is the air.

In 2008, the European Parliament issued a directive for monitoring ambient air quality in its member states. The artist Silvia Hell decided to approach this document as if it were a song. Instead of reading it, she began singing it repeatedly as the blues. Her work deals with the rhythm of information as well as the possibility of song to transform an aspect of control into an emotional substance.

The score of the »Wind Pressure Concert« consists of the data on fine dust particles between the years 1980 – 2020, which Silvia Hell researched and collected from the public archives of two different cities: Munich and Milan. The data is divided into PM2.5 and PM10 (the most polluting particles in the air we breathe) and reflects the daily levels of pollution within that twenty-year span. The score branches out in a quantum effect, from the composers and musicians to passers-by who are also involved in the performance. From a visual, fact-based, linear score, a concert emerges that is guided into a precisely defined and structured cycle of interaction that partly arises from different types of improvisation.

Thus, three scores emerge that resonate with one another. All refer to the scientific data but also deviate from it to build momentum on different scales: a linear and progressive chronology fluctuates between chaos and cosmos. The concert is being directed by Frida Split, using the improvisational »Conduction« method, and being performed by individual members of Munich’s Express Brass Band. The musical coding system between conductor and musicians allows for a transcription of the score of the air by the conductor-composer. The interaction of the audience is guided by Nicola Ratti’s score, which includes suggestions for listening, spatial positioning, and sensory interface, i.e. acoustic and physical interaction with the help of their smartphones. The focus of the »Wind Pressure Concert’s« score is both the publication of the data on air quality as well as the penetration of an emotional substrate via music and participation.

Silvia Hell’s (Bozen, 1983) work takes the form of sculpture, photography, site-specific installations, digital processes, and interdisciplinary projects. Her work often deals with the analysis and processing of information and public data from various fields with the aim of conveying a spectrum of values ​​in a single aesthetic form through the clarity and simplicity of visual intuition. Hell completed her studies in painting at the Brera Academy in Milan. Her work has been featured in numerous exhibitions and events including: Triennale, Milan (2020); FuturDome, Milan (2020); Festival Transart19, Museion, Bolzano (2019); A+B Contemporary Art, Brescia (2018); Deutsche Bank, Frieze London; Kunstverein München (2017); Museum of Contemporary Art Rijeka; CCI Fabrika, Moscow (2016); Progettoborca, Dolomiti Contemporanee (2015); Museo d’Arte Contemporanea, Lissone (2014); Museo Pecci Milan (2013); Alert Studio, Bucharest; and Prague Biennale 5 (2012). http://silviahell.eu/

Nicola Ratti is a versatile musician and sound designer who has been working in various experimental fields for many years. His sound production involves systems that arise from repetition and expansion. Particularly important for him is the construction of environments that balance architectural space with emotional and perceptive orientation. Born in Milan in 1978, he has performed in Europe, North America, Russia, and Japan. Since 2006, his albums have been released on various international labels.

Frida Split is a researcher, educator, and instrumentalist. Born in Italy in 1979, she graduated with a degree in bassoon from the G. Rossini Conservatory, Pesaro, in 2014. She is currently studying with Maestro Marco di Bari in the composition course at the Piano Academy of Imola. She has collaborated with Chilly Gonzales in his Gonzervatory Project in Cologne (2019) and Paris (2018) as well as with Christian Scott at the Montreux Jazz Festival in 2019.

The concert is being recorded in audio-video (sound: Attila Faravelli).

We kindly thank »Casa degli Artisti« in Milan and Sclupet for their generous support.

A guest project of the Kunstraum München
In network mit »On Air« Carico Massimo

Curated by Emily Barsi

www.enpleinair.de

Im Rahmen von VARIOUS OTHERS 2021

EN PLEIN AIR 2021 is funded by the City of Munich Department of Arts and Culture and the Kunstraum München.


[Gastprojekt]

EN PLEIN AIR 2021

Performance-Reihe im öffentlichen Raum

Andrej Polukord

Galerie Uberall
Misunderstanding II

Terminänderung!

Performance: Sonntag, 12.09., 13 – 16 Uhr
Kunstareal München
Im Rahmen von VARIOUS OTHERS 2021



Fotos: »Young Argentine«, Max Beckmann, 1929, Reproduction by Rosalie Werthefrongel



Zwischen Juli und Oktober 2021 findet die vierte Ausgabe der en plein air, Performance-Reihe im öffentlichen Raum statt. Die Performances finden in urbanen Naturräumen, in Parks und öffentlichen Straßen statt. Dieses Jahr sind drei internationale Künstler eingeladen worden: Hans Schabus, Andrej Polukord und Silvia Hell. Im Mittelpunkt ihrer performativen Arbeit steht die Interaktion mit Passanten, die eingeladen werden, mitzumachen und Teil der Performance zu werden.

Andrej Polukord


Galerie Uberall

Misunderstanding II

Galerie Uberall ist eine mobile Galerie, die 2014 von Andrej Polukord und seinem Assistenten Mario Strk gegründet wurde. Seitdem wurde sie international gezeigt, u.a. auf der viennacontemporary 2015, der documenta 14, den Hofstallungen mumok und der Startup Fair Lithuania.

Mit einer außergewöhnlichen Vision, Kunst in unserem täglichen Leben zu fördern und viele talentierte Künstler zu zeigen, bietet die Galerie Uberall eine beeindruckende Sammlung zeitgenössischer Werke von lokalen, internationalen und alten Meistern.

Unter der Leitung von Andrej Polukord und seinem Künstlerfreund Mario Strk schafft die Galerie einen erweiterten Raum, um Kunst für Sammler, Künstler und die Öffentlichkeit anzubieten.

Die Galerie ist ein voll funktionsfähiger Veranstaltungsraum, der eine einzigartige Umgebung und Gelegenheit bietet, Kunst einem breiteren und vielfältigeren Publikum nahezubringen und auf der anderen Seite viele Fragen über Markt und Wert aufwirft.

Während Andrej Polukord seine Galerie an ihren nächsten Bestimmungsort verlegt, wird die Beziehung zwischen zeitgenössischer Kunst, ihren Institutionen, Galerien und den Menschen im öffentlichen Raum in Frage gestellt.

Wie Polukord selber sagt: »Da die Welt immer mehr zusammenhängt und größere Entfernungen zwischen den Menschen aufrechterhält,
wachen wir jeden Tag mit einem anderen Update oder neuen Angebot auf, das wir vielleicht nicht einmal überprüfen können, aber akzeptieren müssen, um uns anzupassen und voranzukommen.«

Andrej Polukord (Vilnius, Litauen, 1990) lebt in Vilnius und Wien. Er arbeitet in den Bereichen Malerei, Installation, Performance, Fotografie und Videokunst. Themen des alltäglichen Lebens, der Ökologie und der ethischen Beziehung zwischen Mensch und Natur werden in seiner Arbeit oft mit Humor als Abenteuer und Geschichtenerzählung verhandelt. Polukords Arbeit schafft unvorhersehbare Umgebungen und absurde Situationen, die doppelte Bedeutung und Mehrdeutigkeit erzeugen.

Die Performance findet im Rahmen von VARIOUS OTHERS 2021 und des Litauischen Kulturjahres »Ohne Distanz: Litauische Kultur in Bayern 2021« statt.

Ein Gastprojekt des Kunstraum München

Kuratiert von Emily Barsi

EN PLEIN AIR 2021 wird durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, The Lithuanian Culture Institute und den Kunstraum München gefördert.









The fourth edition of en plein air, a perfomance series in public space, is taking place between July and October 2021 in urban green areas, parks, and public streets. This year, three international artists have been invited to realize projects: Hans Schabus, Andrej Polukord, and Silvia Hell. Their work focuses on interactions with passers-by who are invited to join in and become part of the performance.

Andrej Polukord

Galerie Uberall

Misunderstanding II

Gallery Uberall is a mobile gallery founded in 2014 by Andrej Polukord and his assistant Mario Strk. It has been shown internationally at the viennacontemporary 2015, documenta 14, Hofstallungen mumok, and Startup Fair Lithuania, among others.

With an extraordinary vision to promote art in our daily lives and make many talented artists accessible, Gallery Uberall offers an impressive
collection of artworks by local, international, and Old Masters.

Under the direction of Andrej Polukord and his artist friend Mario Strk, the gallery provides an expanded space that offers art to collectors, artists, and the public. The gallery is a fully functional event space that offers a unique environment and opportunity to bring art to a wider and more diverse audience. At the same time, it raises many questions about market and value.

As Andrej Polukord moves his gallery from destination to destination, the relationships between contemporary art, its institutions, galleries, and people in the public space are called into question.

As Polukord himself says, »As the world becomes more interconnected and maintains greater distances between people, we wake up every day with another update or new offer that we may not even be able to verify but must accept in order to adapt and move forward.«

Andrej Polukord (Vilnius, Lithuania, 1990) lives in Vilnius and Vienna. He works in painting, installation, performance, photography, and video art. Themes of everyday life, ecology, and the ethical relationship between humans and nature are often revealed in his work through humor, adventure, and storytelling. Polukord’s work creates unpredictable environments and absurd situations that generate double meaning and ambiguity.

The performance is taking place within the framework of VARIOUS OTHERS 2021 as well as the Lithuanian Year of Culture »Without Distance: Lithuanian Culture in Bavaria 2021.«

A guest project of the Kunstraum München.

Curated by Emily Barsi

EN PLEIN AIR 2021 is funded by the City of Munich Department of Arts and Culture, The Lithuanian Culture Institute, and the Kunstraum München.



[Sommeratelier]

Paula Leal Olloqui

August 2021

Präsentation und Gespräch:
Samstag, 28.08., 16 Uhr

In ihren ortsspezifischen Arbeiten orientiert sich Paula Leal Olloqui an vorhandenen räumlichen Strukturen. Innerhalb dieser findet der Versuch einer Positionierung statt; ihre Skulpturen, Installationen, Texte und Publikationen treten in Kontakt mit dem Kontext, der sie umgibt, versuchen diesen abzuschreiten, auszuloten, auszudehnen, zu verstehen, zu reflektieren und mitunter auch zu brechen.

Paula Leal Olloqui, geboren 1984 in Madrid, studierte Bildhauerei an der Universidad Complutense de Madrid und an der Akademie in München in den Klassen von Prof. Pitz und Prof. Metzel, zu dessen Meisterschülerin sie 2015 ernannt wurde. Im selben Jahr wurde ihr die Debütant*innenförderung der Akademie der Bildenden Künste München zugesprochen; 2020 wurde die Künstlerin mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet; seit 2021 erhält sie das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn.

Im Rahmen des Sommerateliers des Kunstraum München entwickelt Paula Leal Olloqui vor Ort ein publizistisches Format, das sich mit den ehemaligen und dem jetzigen Standort des Ausstellungshauses auseinandersetzt.

Am 28. August ab 16:00 Uhr findet eine Präsentation ihrer ortsbezogenen Auseinandersetzung statt; um 18:00 Uhr spricht die Kuratorin Lena von Geyso mit Paula Leal Olloqui über den Werkbegriff der Bildhauerin.

Mit Unterstützung von









In her site-specific works, Paula Leal Olloqui orients herself to existing spatial structures and attempts to take a position in response to them. Her sculptures, installations, texts, and publications come into contact with the context that surrounds them, which they attempt to trace, sound out, expand upon, understand, reflect on, and sometimes even break.

Paula Leal Olloqui was born in Madrid in 1984 and studied sculpture at the Universidad Complutense de Madrid and at the Academy of Fine Arts Munich in the classes of Prof. Pitz and Prof. Metzel, whose master student she became in 2015. That same year, she also received the Debutant Award from the Academy of Fine Arts Munich. In 2020, she was honored with the Bavarian Art Sponsorship Award and in 2021 a work stipend from the Stiftung Kunstfonds in Bonn.

As part of the Kunstraum München’s summer studio, Paula Leal Olloqui is developing a journalistic format on site that will explore the former and current locations of the exhibition house.

A presentation of the artist’s site-specific exploration will be on view on August 28, starting at 4:00 p.m. At 6:00 p.m., curator Lena von Geyso will speak with Paula Leal Olloqui about her sculptural working concept.

The project is made possible with the support of the Stiftung Kunstfonds, Neustart Kultur, and the Steiner Stiftung München.

Thomas Cena
AURA

14.06. – 01.08.2021

Lange Eröffnung:
Sonntag, 13.06., 12 – 19 Uhr

Kuratorische Präsenz:
Mittwoch, 07.07., 14 – 19 Uhr

Um die Arbeiten des Künstlers näher kennenzulernen, laden wir Sie gerne zum Künstlergespräch mit Rundgang ein, das der Kurator der Ausstellung, Alexander Steig, mit dem Zeichner Thomas Cena am Vortag der Eröffnung geführt hat.



Der Zeichner und Maler Thomas Cena erfasst in seinen Silberstift- und Kohlezeichnungen wie auch seinen farblich reduzierten Aquarellbildern auf Papier und Leinwand urbane Randgebiete, städtisches Unterholz und Ruderalflächen und stellt dabei vergessene und vergehende Architekturfragmente, unkultivierte Agrarlandschaften oder florale Rückeroberungsbereiche in den Mittelpunkt. Die Aneignung und Bildwürdigung dieser scheinbar profanen Schauplätze seiner näheren Umgebung, derer sich die Natur zu bemächtigen sucht, erfolgen zunächst fotografisch und werden zeichnerisch mit der relativen Gleichmäßigkeit einer flächigen Schraffur getupft und gefleckt in den Widerspruch aktueller Zeitlosigkeit überführt. Cena zeigt im Kunstraum in neuen Arbeiten Dickicht und Gestrüpp, verlandende Tümpel und zuwachsende Lichtungen, quasi Reste oder naturnahe Zitate, die sich trotz urbanen Hintergrundrauschens in
elegische Orte verwandeln können.

Der 1970 in Kattowitz (PL) geborene Künstler hat Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig studiert. Nach einem DAAD-Stipendium in Japan und zwei Arbeitsstipendien für Malerei in Stuhr sowie Northeim hatte Cena bis 2015 einen Lehrauftrag für Grundlagen der Malerei an seiner ehemaligen Hochschule inne. Er lebt und arbeitet in Hannover und unterrichtet Kunst an einem Gymnasium.

Kuratiert von Alexander Steig

Es erscheint eine Reihe von 8 exklusiv für den Kunstraum produzierten Zeichnungen (Goldstift auf Bütten, 12,5 x17,5 cm) die während der Ausstellungszeit zu einem Subskriptionspreis von € 320,- (im Passepartout) oder € 420,- (gerahmt) zu erwerben sind.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Finbridge GmbH & Co KG.


In silverpoint and charcoal drawings as well as reductively colored watercolors on paper and canvas, the draftsman and painter Thomas Cena captures city peripheries, urban underbrush, and ruderal areas in which forgotten and decaying architectural fragments, uncultivated agricultural landscapes, or reclaimed flora shift into focus. His appropriation and appreciation of the seemingly mundane scenery of his immediate surroundings, which nature is attempting to overtake, first take shape photographically before becoming drawings whose relatively uniform and planar crosshatching dapples and blurs them into a contradictory state of contemporary timelessness. In new works at the Kunstraum, Cena depicts thickets and undergrowth, silt-filled ponds, and overgrown clearings—quasi-remnants or nature-like quotations that, despite their urban background noise, can be transformed into elegiac places.

Born in Katowice (Poland) in 1970, the artist studied painting at the Braunschweig University of Art (HBK). After receiving a DAAD scholarship to Japan and two painting scholarships in Stuhr and Northeim, Cena taught the fundamentals of painting at his former university until 2015. He lives and works in Hanover and teaches art at an academic high school.

Curated by Alexander Steig

A series of 8 drawings produced exclusively for the Kunstraum (gold pencil on handmade paper, 12.5 x17.5 cm) will be available for purchase at a subscription price during the exhibition.


The exhibition is made possible with the support of Finbridge GmbH & Co KG.

[Gastprojekt]

EN PLEIN AIR 2021

Performance-Reihe im öffentlichen Raum

Hans Schabus
Auf der Suche nach der endlosen Säule (Drei Koffer)
2021

Freitag (Ankunft), 23.07, ganztägig
Samstag (Abfahrt), 24.07, ganztägig


Foto © Hans Schabus

Zwischen Juli und Oktober 2021 findet die vierte Ausgabe der en plein air, Performance-Reihe im öffentlichen Raum statt. Die Performances finden in urbanen Naturräumen, in Parks und öffentlichen Straßen statt. Dieses Jahr sind drei internationale Künstler eingeladen worden: Hans Schabus, Andrej Polukord und Silvia Hell. Im Mittelpunkt ihrer performativen Arbeit steht die Interaktion mit Passanten, die eingeladen werden, mitzumachen und Teil der Performance zu werden.


Hans Schabus
Auf der Suche nach der endlosen Säule (Drei Koffer)
2021

Seit einer Reise durch Rumänien Anfang 2000 ist Hans Schabus auf der Suche nach der endlosen Säule. Verschiedenste Projekte die das Motiv der Bewegung behandeln, sind dieser Suche gewidmet. Das titelgebende Werk hatte Constantin Brancusi 1937 an den Karpatenausläufern, in Targu jiu, errichten lassen. Es ist Teil eines Kriegerdenkmals des 1.Weltkriegs.

Die Säule verortet sich im Stillstand und verweist im Titel weit über sich selbst hinaus. Sie wird dadurch für Schabus zum Leitmotiv für Bewegung und die Überwindung des Messbaren. Die Säule steht mit ihrer endlosen Behauptung für eine endlose Suche nach ihr. Sie steht für den Fortgang und für das Fortgehen, für das Verlassen eines Ortes und für das Unterwegs sein.

Nach München wird Hans Schabus mit dem Zug anreisen – wir wissen nicht genau, woher er kommt und wann er ankommt. Er wird drei Koffer mitbringen. Drei Koffer, die erstmals 1998 für die performative Filmarbeit »100 laufmeter« verwendet wurden.

Eine Hand trägt drei Koffer, nach und nach, einzeln die Straße entlang. Aus dem Bahnhof hinaus, einen Koffer hinstellen, zurückgehen, einen weiteren Koffer nach vorne tragen. Zurückgehen, um Voranzukommen. Fortwährend. Immer alle Koffer im gefühlten Blick. Das Hin und Her des Trägers dynamisiert die Strecke. Sie ist fünfmal so lang.

Einer Partitur gleich trägt Hans Schabus seine Töne in Position, hält sie fortlaufend in Bewegung. Die Koffer geben einander die Richtung vor. Sie stehen scheinbar alleingelassen neben der Straße, warten bis sie an der Reihe sind. Sie sind gekennzeichnet vom Verlangen getragen zu werden. Die Koffer sind foliert, den Umstand des Verschlossenseinsverdringlichend. Das Private reibt sich an der Membran zum Öffentlichen.

Die Strecke verläuft entlang der Sonnenstraße in Richtung Süden, wo sich in der Holzstraße mit dem Kunstraum München ein vorläufiges Ziel befindet. Über Nacht werden die Koffer dort eine Gruppe bilden, um am nächsten Tag wieder auseinandergezogen zurück zum Bahnhof getragen zu werden, weiter auf einer Reise, die nicht zu Ende geht.

Hans Schabus wurde 1970 in Watschig / Österreich geboren und lebt in Wien. Von 1991 bis 1996 studierte er Bildhauerei bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seit 2012 unterrichtet er an der Universität für angewandte Kunst, wo er die Abteilung für Skulptur und Raum leitet.

Hans Schabus zeigt seine Arbeiten seit 1992 im nationalen wie internationalen Kontext. Er wurde durch die Gestaltung des Österreichischen Pavillons an der 40. Biennale di Venezia im Jahr 2005 international bekannt.

Ein Gastprojekt des Kunstraum München

Kuratiert von Emily Barsi

EN PLEIN AIR 2021 wird durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Kunstraum München gefördert.



The fourth edition of en plein air, a perfomance series in public space, is taking place between July and October 2021 in urban green areas, parks, and public streets. This year, three international artists have been invited to realize projects: Hans Schabus, Andrej Polukord, and Silvia Hell. Their work focuses on interactions with passers-by who are invited to join in and become part of the performance.

Hans Schabus
Auf der Suche nach der endlosen Säule (Drei Koffer)
2021

Since his trip through Romania in early 2000, Hans Schabus has been looking for the endless column. He has dedicated various projects that deal with the motif of movement to this search.

The title refers to a sculpture that Constantin Brancusi erected in 1937 in the Carpathian foothills in Targu jiu, which is part of a World War I memorial.

The column stands still, yet its title points far beyond. For Schabus, it functions as a leitmotif for movement and for overcoming the measurable—an endless assertion of a neverending search. The column stands for progress and moving on, for leaving a place and for being on the way.

Hans Schabus is traveling to Munich by train—from where, we don’t know exactly. He is bringing three suitcases with him—suitcases that he first used in 1998 for the performative film 100 running meters.

Using one hand, he carries the three suitcases, one after the other, down the street. Leave the train station, put down a suitcase. Go back, pick up another, and carry it to the front. Go back to move forward. Constantly. With all suitcases in sight. This back and forth movement dynamizes the route. It’s five times as long.

Like a musical score, Hans Schabus carries his notes into position, keeps them constantly in motion. The suitcases show each other the direction. They seem to be left alone on the side of the road, waiting for their turn. They are characterized by the need to be carried. The suitcases are wrapped in foil, obscuring the fact that they are locked. The private rubs against the public membrane.

The route runs along the Sonnenstrasse to the south, where a provisional destination is located in at the Kunstraum München in the Holzstrasse. Overnight, the suitcases will form a group there and then be pulled apart and carried back to the train station the next day to continue a journey that never ends.

Hans Schabus was born 1970 in Watschig, Austria, and lives in Vienna. From 1991 to 1996, he studied sculpture with Bruno
Gironcoli at the Academy of Fine Arts Vienna. Since 2012, he has taught at the University of Applied Arts where he heads the Department of Sculpture and Space.

Hans Schabus has exhibited his work nationally and internationally since 1992. He gained international renown for his design of
the Austrian Pavilion at the 40th Biennale di Venezia in 2005.

A guest project of the Kunstraum München.

Curated by Emily Barsi

EN PLEIN AIR 2021 is funded by the City of Munich Department of Arts and Culture and the Kunstraum München.


Fotos 1, 4 © Dieu Merci
Fotos 2, 3, 5, 6 © Dorothea Brunialti

[Gastprojekt]

Judith Neunhäuserer
Tekeli-li
vol. 1

Buchpräsentation / Book Release:
Mittwoch, 09.06., 14 – 21 Uhr


Gefördert durch die LfA Förderbank Bayern, den Südtiroler Künstlerbund und die autonome Provinz Bozen-Südtirol.



Fotos © Judith Neunhäuserer

Astrid Busch
weder Wüste noch Wald

25.04. – 06.06.2021

Finissage und Buchpräsentation:
Sonntag, 06.06., 14 – 19 Uhr



Ein von der Künstlerin vor Ort produzierter Clip gibt Einblicke in die aktuelle Präsentation im Kunstraum.
Unterlegt mit Auszügen aus einem Gespräche der Künstlerin Astrid Busch mit der Kuratorin Dr. Patricia Drück.

www.vimeo.com/buschastrid

Zur Ausstellung ist eine Edition erschienen.

Bei der Finissage wird ein neues Künstlerbuch der Künstlerin vorgestellt:

Astrid Busch
LE HAVRE
BRASILIA
MEZAMOR
WOLFSBURG

Fantôme Verlag, Berlin, 2021
160 S., 24 x 17 cm
Text deutsch/englisch: Stephan Erdmann
Grafiker: Andreas Koch
Auflage 500
ISBN 978-3-940999-52-8

Preis: €19,90

Gefördert von der Kunststiftung NRW.



Das künstlerisches Interesse von Astrid Busch (geb. 1968) gilt den wechselseitigen Bezügen von Fotografie, Video und Projektion im Raum im Zusammenhang mit ortsspezifischen Interventionen. Analoge und digitale Techniken agieren im Wechselspiel. Die Stadt als Ort im andauernden Prozess der Bewegung und Veränderung, erfährt in ihren multimedialen Rauminszenierungen eine künstlerische Umsetzung.

Für den Kunstraum München entwickelt sie Rauminstallationen, deren Basis der Umgang mit Raum und Architektur in den Planstädten Metsamor (Armenien um 1969) und Brasilia (Brasilien um 1960) ist. Dabei bedient sie sich jener Lichtverhältnisse, Klangkulissen und Materialitäten, die an den jeweiligen Orten zu finden sind. Somit thematisieren ihre Installationen den Charakter eines Ortes, während sie zugleich selber neue Orte bilden.

Sie überschreibt historische Bilder und Fundstücke, die sie vor Ort sammelt, mit der eigenen fotografischen Arbeit. So wird die Atmosphäre, die die Gebrauchsspuren und somit die Geschichte der Materialien hervorbringen mit aktuellen Bildern und Projektionen verwoben.

Utopische Räume, ideale Städte und reale Stadtplanungen verweben sich und zeigen ein Wechselspiel von Vision und Wirklichkeit, von Errungenschaft und Scheitern.

Astrid Busch hat an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg und an der Kunsthochschule Berlin Weissensee studiert. Sie ist Meisterschülerin von Katharina Grosse und erhielt zahlreiche internationale Stipendien und Förderungen. Ihre Werke sind in nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Düsseldorf.

Kuratiert von Patricia Drück

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung.



Astrid Busch (b. 1968) focuses on the reciprocal relationships between photography, video, and projection into space within the context of site-specific interventions. Analogue and digital techniques interact in her work and the city - as a space affected by continual processes of movement and change - experiences an artistic transformation in her multimedia stagings.

For the Kunstraum München, she has developed installations based on the manner in which space and architecture are dealt with in the planned cities of Metsamor (Armenia, circa 1969) and Brasilia (Brazil, circa 1960). She draws on the light conditions, soundscapes, and materialities found at each of these locations to create scenarios that thematize the character of a place, while at the same time forming a new one.

She overwrites historical images and found objects collected on site with her own photographic work. In this way, the atmosphere produced by the traces of use and history of these materials is interwoven with current images and projections.

Utopian spaces, ideal cities, and real urban planning intertwine to reveal the interplay between vision and reality, achievement and failure.

Astrid Busch studied at the Academy of Fine Arts Nuremberg and the Weissensee Academy of Art in Berlin. She is a master student of Katharina Grosse and has received numerous international scholarships and grants. Her work can be seen in national and international exhibitions. She lives and works in Berlin and Düsseldorf.

Curated by Patricia Drück

The exhibition is made possible with the support of the Erwin und Gisela von Steiner Foundation.