Mio Okido. Der Tagalptraum
Die seit 2015 in Berlin lebende Konzeptkünstlerin Mio Okido (*1986 Niigata, J) präsentiert in ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Süddeutschland die Arbeitsergebnisse eines dreimonatigen Aufenthalts vor Ort, die ihr das Programm Artist-in-Residence-Munich ab Frühjahr 2026 ermöglicht. Bei ihrer Archiv- und Stadtforschung sowie in Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Institutionen der Erinnerungskultur untersucht sie die deutsche und Münchner NS-Geschichte aus der Perspektive einer Künstlerin aus Japan – einem ehemaligen Verbündeten des NS-Regimes. Ihr Fokus liege auf der kollektiven Mittäterschaft gewöhnlicher Bürger auf »alltäglichem Niveau«, sagt Okido, und darauf, wie diese im städtischen Raum und in den Medien repräsentiert werde. Auf Grundlage dieser Recherche wird die Künstlerin den Kunstraum München installativ und multimedial bespielen und »das Potenzial des Hauses optimal ausschöpfen«, so Okido weiter.
Mio Okido beschäftigt sich mit kollektiver Erinnerungskultur im globalen Kontext. Sie studierte an der Tokyo University of the Arts (B.A.), verbrachte währenddessen ein Auslandsjahr an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und setzte ihr Studium an der Weißensee Kunsthochschule Berlin (Diplom) sowie am Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin (M.A.) fort. 2023 war sie Stipendiatin am Berliner Museum für Asiatische Kunst, wo sie den imperialen Kontext der japanischen Sammlung erforschte; dies mündete 2024 vor Ort in ihrer Einzelausstellung »Erinnerte Bilder, imaginierte Geschichte(n) – Japan, Ostasien und ich«. Im selben Jahr zeigte sie ebenfalls im Humboldt Forum ihre Arbeiten zur Migrationsgeschichte der DDR in der Gruppenausstellung »ÜberGrenzen«. In München performte sie 2024 innerhalb der Gruppenausstellung »The 3rd Two« in der Galerie der Künstler:innen und aktuell nimmt sie an der Ausstellung »Up Close – Goldrausch 2025« in der Galerie im Körnerpark in Berlin teil.
Die Ausstellung im Kunstraum München wird kuratiert von Alexander Steig.
Berlin-based conceptual artist Mio Okido explores global cultures of collective memory. Her archival and urban research projects and collaborations with organizations and institutions address German history—particularly Munich’s Nazi past—from the perspective of an artist from Japan, a former ally of the Nazi regime. Okido’s work focuses on the collective everyday complicity of ordinary citizens and how that complicity is reflected in both the media and urban space. Her exhibition »Der Tagalbtraum« is convertig the Kunstraum into a multimedia installation that she states »makes optimal use of the building’s potential.«
The Exhibition is curated by Alexander Steig

